Novartis

Pharmariese bekommt Generika-Konkurrenz zu spüren

Der Schweizer Pharmakonzern Novartis hat zum Jahresauftakt wegen Einbußen durch Nachahmerprodukte weniger verdient als im Vorjahreszeitraum. Der Umsatz fiel in den ersten drei Monaten um 3 Prozent.
Update: 21.04.2016 - 12:00 Uhr
Der Pharmakonzern spürt die Konkurrenz durch Nachahmermedikamente. Quelle: Reuters
Novartis

Der Pharmakonzern spürt die Konkurrenz durch Nachahmermedikamente.

(Foto: Reuters)

ZürichDer Schweizer Pharmariese Novartis ist mit sinkenden Verkaufserlösen und einem Gewinneinbruch ins Jahr gestartet. Umsatzausfälle beim wichtigen Blutkrebsmedikament Glivec wegen der Konkurrenz durch günstigere Generika, Kosten für den Umbau der schwächelnden Augenheilsparte Alcon und die Stärke der Konzernwährung Dollar machten dem weltgrößten Anbieter von verschreibungspflichtigen Medikamenten zu schaffen. Der Umsatz sank im ersten Quartal um drei Prozent auf 11,6 Milliarden Dollar, wie der Arzneimittelhersteller aus Basel am Donnerstag mitteilte. Unter dem Strich fiel der Gewinn um 13 Prozent auf 2,0 Milliarden Dollar.

Novartis-Chef Joseph Jimenez, der die Anleger im Januar auf ein mageres Jahr eingeschworen hatte, bekräftigte die Prognose. Unter Ausschluss von Wechselkursschwankungen sollen die Verkaufserlöse und der um Sonderfaktoren bereinigte Betriebsgewinn etwa auf dem Niveau von 2015 liegen. Nach drei Monaten stand währungsbereinigt ein Prozent Umsatzplus zu Buche. Der bereinigte Betriebsgewinn sank um fünf Prozent auf 3,26 Milliarden Dollar.

Längerfristig sollen neue Medikamente frischen Schwung bringen: „Nach wie vor bin ich zuversichtlich im Hinblick auf unsere langfristigen Wachstumsaussichten, die durch unsere solide Pipeline untermauert werden“, erklärte Jimenez.

Ein Hoffnungsträger erfüllt die Erwartungen bislang allerdings nicht. Mit dem neuen Herzmedikament Entresto setzte Novartis im ersten Quartal lediglich 17 Millionen Dollar um. Im ganzen Jahr sollen es rund 200 Millionen Dollar sein. Das liegt unter den von Analysten im Schnitt veranschlagten 300 Millionen Dollar. Diese hatten ihre Schätzungen zuletzt bereits gesenkt, nachdem sie der bei Herzversagen eingesetzten Arznei anfangs mehr als vier Milliarden Dollar Jahresumsatz zugebilligt hatten. Um Entresto auf die Sprünge zu helfen, will Novartis den Vertrieb in den USA ausbauen und eine Verbraucherkampagne starten.

Insgesamt erzielten die Schweizer in der größten Geschäftssparte mit verschreibungspflichtigen Medikamenten in den ersten drei Monaten 7,7 Milliarden Dollar Umsatz – drei Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Die Verkaufserlöse von Glivec sackten um 22 Prozent ab. Im gesamten Jahr dürften dem Konzern durch den auslaufenden Patentschutz für das Blutkrebsmittel mehr als drei Milliarden Dollar Umsatz wegbrechen. Der Umsatz des Augenheil-Geschäfts Alcon sank um sieben Prozent, der bereinigte Betriebsgewinn fiel um mehr als ein Drittel. Novartis-Chef Jimenez will die Problemsparte mit einer Straffung und mehr Geld für neue Produkte und Werbung zurück auf Wachstumskurs bringen.

Die größten Pharmakonzerne der Welt
Platz 20: Astellas
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Gemessen am reinen Pharmaumsatz ist Astellas die Nummer zwei der japanischen Pharmaindustrie. Der Schwerpunkt liegt auf Transplantationsmedizin, Onkologie und Antiinfektiva. Die Japaner kamen im vergangenen Jahr auf einen Umsatz von 11,1 Milliarden Dollar.

Platz 19: Boehringer
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Das Labor von Boehringer Ingelheim: Der zweitgrößte deutsche Pharmakonzern ist fest in Familienhand. Die Schwerpunkte liegen auf Mittel gegen Atemwegserkrankungen wie etwa das Lungenmittel Spiriva. Ein weiteres bekanntes Mittel ist Pradaxa, das zur Thrombose-Prävention eingesetzt wird. Geschätzter Umsatz 2015: 12,6 Milliarden Dollar.

Platz 18: Takeda
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Takeda ist der größte japanische Pharmahersteller und bietet Mittel in verschiedenen Therapiegebieten. Die Japaner haben sich 2014 durch die Fusion mit Nycomed deutlich vergrößert und kamen voriges Jahr auf einen Pharmaumsatz von 13,8 Milliarden Dollar.

Platz 17: Allergan
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Allergan hieß früher einmal Actavis und ist unter anderem Hersteller von Botox. 2015 machte das Unternehmen einen Umsatz von 15,1 Milliarden Dollar.

Platz 6: Bayer
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Der größte deutsche Pharmakonzern hat sich im Gegensatz zu dem Jahr 2015 um ganze zehn Platze verbessern können. Der Umsatz 2017: 43,1 Milliarden Dollar. Top-Produkte sind beispielsweise der Gerinnungshemmer Xarelto und das Augenmedikament Eylea.

Platz 15: Novo Nordisk
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Die Produktion von Langzeitinsulin der Firma Novo Nordisk: Der dänische Arzneihersteller ist einer der weltweit führenden Anbieter von Mitteln gegen Diabetes. Er kam im vergangenen Jahr auf einen Umsatz von 16,1 Milliarden Dollar.

Platz 14: Bristol-Myers Squibb
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Der New Yorker Konzern hat seinen Schwerpunkt bei Mitteln gegen HIV und in der Immunologie, aber auch in der Onkologie. Der Pharmaumsatz lag 2015 bei 16,6 Milliarden Dollar.

An der Börse hielt sich Novartis trotz der schwächeren Ergebniszahlen mit einem nur leichten Kursabschlag vergleichsweise gut. Europaweit standen Gesundheitswerte stärker unter Abgabedruck. Der Schweizer Konzern schnitt in etwa wie von Analysten erwartet ab. Zudem hielt sich Glivec besser als befürchtet, erklärte Deutsche-Bank-Analyst Tim Race. Und das Anfang 2016 zugelassene Psoriasis-Medikament Cosentyx legte mit 176 Millionen Dollar Umsatz einen starken Marktstart hin.

  • rtr
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