Novartis Sanierungskosten schmälern den Gewinn

Der Schweizer Pharmakonzern Novartis muss im ersten Quartal einen deutlich geringeren Gewinn verkraften. Grund sei vor allem die Sanierung des Augenheilgeschäfts. Die Jahresvorgaben sollen trotzdem eingehalten werden.
Update: 25.04.2017 - 11:32 Uhr Kommentieren
Der Schweizer Pharmakonzern hat im ersten Quartal 17 Prozent weniger Gewinn gemacht als im Vorjahr. Quelle: Reuters
Novartis

Der Schweizer Pharmakonzern hat im ersten Quartal 17 Prozent weniger Gewinn gemacht als im Vorjahr.

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ZürichDer Schweizer Pharmakonzern Novartis ist mit einem Gewinnrückgang ins Jahr gestartet: Zu Buche schlugen die Sanierung des Augenheilgeschäfts und der Entwicklungsstopp für eine Arznei gegen Herzversagen. Dazu nahm der weltgrößte Hersteller von verschreibungspflichtigen Medikamenten Geld in die Hand, um den Umsatz des mit Startschwierigkeiten kämpfenden Herzmedikaments Entresto anzukurbeln.

Unter dem Strich stand mit 1,67 Milliarden Dollar 17 Prozent weniger Nettogewinn als ein Jahr zuvor, wie Novartis am Dienstag mitteilte. Besserung winkt erst ab dem kommenden Jahr – dann sollen neue Medikamente für Schub sorgen. „Dies stärkt unsere Zuversicht in unsere nächste Wachstumsphase, die voraussichtlich 2018 einsetzen wird“, erklärte Konzernchef Joseph Jimenez.

Die Zielvorgaben für das laufende Jahr bekräftigte Jimenez. Novartis geht von einem weitgehend stagnierenden Umsatz aus. Der bereinigte Betriebsgewinn dürfte in etwa stabil bleiben oder um einen niedrigen einstelligen Prozentbetrag sinken. Die Vorgaben gelten unter Ausschluss von Wechselkurseinflüssen.

Die größten Pharmakonzerne der Welt
Platz 20: Astellas
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Gemessen am reinen Pharmaumsatz ist Astellas die Nummer zwei der japanischen Pharmaindustrie. Der Schwerpunkt liegt auf Transplantationsmedizin, Onkologie und Antiinfektiva. Die Japaner kamen im vergangenen Jahr auf einen Umsatz von 11,1 Milliarden Dollar.

Platz 19: Boehringer
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Das Labor von Boehringer Ingelheim: Der zweitgrößte deutsche Pharmakonzern ist fest in Familienhand. Die Schwerpunkte liegen auf Mittel gegen Atemwegserkrankungen wie etwa das Lungenmittel Spiriva. Ein weiteres bekanntes Mittel ist Pradaxa, das zur Thrombose-Prävention eingesetzt wird. Geschätzter Umsatz 2015: 12,6 Milliarden Dollar.

Platz 18: Takeda
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Takeda ist der größte japanische Pharmahersteller und bietet Mittel in verschiedenen Therapiegebieten. Die Japaner haben sich 2014 durch die Fusion mit Nycomed deutlich vergrößert und kamen voriges Jahr auf einen Pharmaumsatz von 13,8 Milliarden Dollar.

Platz 17: Allergan
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Allergan hieß früher einmal Actavis und ist unter anderem Hersteller von Botox. 2015 machte das Unternehmen einen Umsatz von 15,1 Milliarden Dollar.

Platz 6: Bayer
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Der größte deutsche Pharmakonzern hat sich im Gegensatz zu dem Jahr 2015 um ganze zehn Platze verbessern können. Der Umsatz 2017: 43,1 Milliarden Dollar. Top-Produkte sind beispielsweise der Gerinnungshemmer Xarelto und das Augenmedikament Eylea.

Platz 15: Novo Nordisk
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Die Produktion von Langzeitinsulin der Firma Novo Nordisk: Der dänische Arzneihersteller ist einer der weltweit führenden Anbieter von Mitteln gegen Diabetes. Er kam im vergangenen Jahr auf einen Umsatz von 16,1 Milliarden Dollar.

Platz 14: Bristol-Myers Squibb
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Der New Yorker Konzern hat seinen Schwerpunkt bei Mitteln gegen HIV und in der Immunologie, aber auch in der Onkologie. Der Pharmaumsatz lag 2015 bei 16,6 Milliarden Dollar.

In den ersten drei Monaten drückte die Konkurrenz durch Nachahmer-Produkte für umsatzstarke Medikamente wie das Blutkrebsmittel Glivec und die Stärke der Konzernwährung Dollar auf die Verkaufserlöse: Mit 11,54 Milliarden Dollar waren sie währungsbereinigt um zwei Prozent höher als ein Jahr zuvor. Der um Sonderfaktoren bereinigt Betriebsgewinn sank um fünf Prozent auf 3,01 Milliarden Dollar.

Positiv hoben Analysten hervor, dass das Augenheilgeschäft Alcon Fahrt aufgenommen hat. Der einstige Hoffnungsträger, von Novartis wegen Wachstums- und Ertragsproblemen zur Disposition gestellt, steigerte den Umsatz unter Ausschluss von Wechselkurseinflüssen geringfügig. Jimenez ließ sich allerdings nicht in die Karten blicken, wie es mit Alcon weitergehen soll. Bis Jahresende soll entschieden sein, ob das einst für mehr als 50 Milliarden Dollar von Nestlé gekaufte Geschäft, das die hohen Erwartungen nie erfüllen konnte und inzwischen ein Sanierungsfall ist, an die Börse gebracht, an Dritte verkauft oder behalten wird.

An der Börse kam der Quartalsabschluss insgesamt gut an. Mit einem Kursplus von gut zwei Prozent gehörten die Novartis-Aktien zu den gefragtesten europäischen Gesundheitswerten. „Den Erwartungen entsprechend ist gut genug, weil es im Vorfeld der Resultate einige Besorgnis gab“, erklärte David Eveans, Analyst beim Broker Kepler Cheuvreux.

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