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17.07.2008 
Schwacher Dollar und Kosteneinsparungen helfen im zweiten Quartal

Novartis steigert Gewinn erheblich

Der Pharmariese Novartis hat den Gewinn im zweiten Quartal deutlich gesteigert und peilt nun für das Gesamtjahr ein Rekordergebnis an.

HB ZÜRICH. Der Gewinn aus fortgeführten Geschäfte stieg im zweiten Quartal 2008 gegenüber dem Vorjahr um 17 Prozent auf 2,27 Mrd. Dollar. Geholfen haben dem Basler Konzern der schwache Dollar und Kostensenkungsmaßnahmen. Novartis bestätigte seine Prognosen und will dieses Jahr ein neues Rekordergebnis erreichen.

Den Quartalsumsatz steigerte der Konzern in lokalen Währungen um fünf Prozent auf 10,73 Mrd. Dollar. In der größten Division Pharma wuchsen die Verkaufserlöse ebenfalls um fünf Prozent auf 6,93 Mrd. Dollar, wobei Novartis ein Einmaleffekt zugute kam: Der Konzern konnte 104 Mill. Dollar Rückstellungen für Rabatte an die US-Gesundheitsbehörde auflösen. Auf dem bedeutenden US-Markt sank der Umsatz um drei Prozent, was Novartis auf die verstärkte Konkurrenz von Generika und den Marktrückzug des Reizdarmmedikaments Zelnorm im Vorjahr zurückführte.

Die Umsätze mit den beiden größten Medikamenten Diovan gegen Bluthochdruck und Glivec gegen Blutkrebs wuchsen um 13 beziehungsweise 15 Prozent. Bei seinem drittgrößten Präparat, dem Osteoporosemittel Zometa, sieht sich Novartis mit einem Patentstreit konfrontiert.

Das Generika-Geschäft Sandoz entwickelte sich mit zwei Prozent Umsatzplus verhalten, doch rechnet der Konzern in der zweiten Jahreshälfte mit einem stärkeren Wachstum. Consumer Health wuchs moderate drei Prozent und die bedeutend kleinere Sparte Vaccines & Diagnostics steigerte die Verkaufserlöse um 19 Prozent.

Für das Diabetesmedikament Galvus will Novartis in den USA, dem wichtigsten Pharmamarkt der Welt, keinen neuen Zulassungsantrag stellen. Die US-Arzneimittelbehörde hatte im Februar 2007 Sicherheitsbedenken gegen das Medikament angemeldet und neue umfangreiche klinische Tests verlangt. Analysten hatten Galvus einst Blockbuster-Potenzial zugebilligt, also einen Umsatz von mindestens einer Milliarde Dollar im Jahr. In Europa ist das Mittel als Kombinationstherapie seit fünf Monaten auf dem Markt.

Novartis hat 63 Prozent der für dieses Jahr angestrebten Einsparungen von 670 Mill. Dollar erreicht und 74 Prozent von 2500 Stellen abgebaut. Bis 2010 will Novartis mit dem im Vorjahr aufgelegten Programm "Forward" insgesamt 1,6 Mrd. Dollar einsparen.

Die Novartis-Aktien stiegen bis Mittag 1,7 Prozent auf 58,40 Franken. Sie entwickelten sich damit zwar besser als der Index des europäischen Gesundheitssektors, lag aber hinter dem Schweizer Aktienmarkt zurück. Analysten sprachen von einem insgesamt soliden Ergebnis und einem etwas besser als erwarteten Pharmageschäft.

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