November
Maschinenbau: Aufträge brechen um 30 Prozent ein

Der deutschen Schlüsselindustrie Maschinenbau brechen die Aufträge in einem atemberaubenden Tempo weg. Allein im Monat November sackte der Auftragseingang um real 30 Prozent ab, wie der Branchenverband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) am Mittwoch in Frankfurt am Main mitteilte.

DÜSSELDORF. Die Auftragseingänge im deutschen Maschinen- und Anlagenbau sind im November mit bisher nie da gewesener Heftigkeit eingebrochen: Die Bestellungen lagen nach Angaben des Branchenverbands VDMA 30 Prozent unter dem Niveau des Vorjahresmonats. Aus dem Inland kamen 32 Prozent weniger Bestellungen, Kunden aus dem Ausland orderten 29 Prozent weniger als im November 2007. Damit liegen die Auftragseingänge seit Mai jeweils unter den Werten des Vorjahres.

Bisher erwartete der Verband für 2009 eine Stagnation der Produktion auf dem 2008 erreichten Rekordstand von rund 200 Mrd. Euro. Angesichts der schwachen Auftragslage überdenkt der VDMA die Prognose. „Wir haben uns eine Denkpause verordnet und werden eine neue, angepasste Prognose Anfang Februar bekanntgeben“, sagte VDMA-Chefvolkswirt Ralph Wiechers. Das prognostizierte Plus von fünf Prozent für das Jahr 2008 ist aber nach Angaben von Wiechers wegen der langen Durchlaufzeiten der Aufträge im Maschinenbau gesichert. 2007 hatte die Branche ein Rekordplus von knapp 14 Prozent eingefahren.

Unternehmensberater Alexander Malkwitz von AT Kearney erwartet, dass sich die Lage im Maschinenbau nicht vor 2010 verbessern wird. Derzeit seien viele Unternehmen in einer Art Schockstarre und stoppten alles, was Geld kostet, wie zum Beispiel Investitionen in neue Maschinen. Thomas Kautzsch, Maschinenbauexperte bei der Beratung Oliver Wyman, sieht den Tiefpunkt der Produktion im Maschinenbau erst Anfang 2010 erreicht. Die Auftragseingänge dürften erst im dritten oder vierten Quartal 2009 wieder über den Werten des jeweiligen Vorjahres liegen.

Noch ist die überwiegend mittelständisch organisierte Branche gut beschäftigt. Die Unternehmen arbeiten den hohen Auftragsbestand ab, der im Durchschnitt 6,2 Monate reicht. Viele Unternehmen vor allem im Großanlagenbau sind für das gesamte Jahr 2009 ausgelastet. Im Durchschnitt liegt die Auslastung bei 88,9 Prozent, was noch immer über dem Durchschnitt liegt. Im Juli lag die Auslastung allerdings bei 91,3 Prozent.

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