NRW-CDU
Schadenersatz von RWE gefordert

Aus den Reihen der nordrhein-westfälischen CDU sind nach den tagelangen Stromausfällen im Münsterland erste Rufe nach Schadenersatz durch den Energieriesen RWE laut geworden. Unterdessen hat RWE angekündigt, die seit Freitag andauernden Ausfälle sollten am Mittwoch ein Ende haben.

HB DÜSSELDORF. Die Landesregierung in Düsseldorf forderte den wegen der Stromausfälle stark kritisierten Versorger RWE auf, Rechenschaft über seine Investitionen in die Stromnetze in der betroffenen Region abzulegen. Der energie- und wirtschaftspolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Wilhelm Droste, erklärte zudem: „Das Unternehmen hat angesichts seines Monopolcharakters eine besondere Verpflichtung, den in Not geratenen und geschädigten Menschen zu helfen.“ Der Konzern, der alle Forderungen nach Schadenersatz seit dem Wochenende strikt abgelehnt hat, habe auch eine „moralische Verpflichtung gegenüber seinen Kunden“. „RWE muss seine bisher unnachgiebige Haltung überdenken“, forderte der CDU-Politiker: „Wir werden nicht akzeptieren, dass die Menschen im Münsterland alleine gelassen werden“, kündigte er an.

Wirtschaftsministerin Christa Thoben (CDU) forderte RWE nach einem Treffen mit RWE-Energy-Chef Berthold Bonekamp auf, rasch Auskunft über den Zustand des Stromnetzes im Münsterland zu geben. Sie erwarte schnelle und detaillierte Antworten über Fragen nach Investitionen in das Netz und dazu, in welchem Alter und Zustand die Masten im Münsterland vor dem Wintereinbruch waren. Auch die Bundesnetzagentur in Bonn als Kontrollorgan für die Stromnetze hatte RWE bereits zur Aufklärung aufgefordert.

Für die Betriebe in der Region hat der Stromausfall nach ersten Schätzungen der Industrie- und Handelskammer Münster einen Schaden von über 100 Mill. Euro verursacht. Die Kammer geht von einigen tausend Betrieben aus, die einen wirtschaftlichen Schaden erlitten. Allein beim Lkw-Anhängerhersteller Schmitz Cargobull entstand nach Angaben eines Sprechers durch Produktionsausfälle ein Schaden von rund sechs Mill. Euro. RWE hatte bereits am Wochenende Haftungsansprüche seiner Kunden für die Folgen des Stromausfalls ausgeschlossen.

Zu den Stromausfällen, die am Freitag begonnen und zeitweise bis zu 250 000 Menschen Dunkelheit und Kälte gebracht hatten, war es durch gerissene Leitungen und umgestürzte Strommasten nach heftigen Schneefällen gekommen. Der Energiekonzern kündigte an, dass ab dem Abend die Versorgung weitgehend wiederhergestellt werden solle. Am Nachmittag waren nach Angaben der Bezirksregierung Münster noch etwa 2000 Menschen in der Region ohne Strom. „Wir hoffen, dass im Laufe des Tages alle wieder am Netz sein werden“, sagte ein Sprecher in Münster. Auch für die besonders schwer von den Stromausfällen betroffene Stadt Ochtrup könne nun Entwarnung gegeben werden. Dort hätten nun auch mit Hilfen von Notstromaggregaten 95 Prozent der Haushalte wieder Elektrizität. Nur bei einzelnen in der Region verstreuten Bauernhöfen sei die Lage noch problematisch.

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