"Nudossi"
Poker um das Ost-Nutella

Der Aachener Süßwarenriese Zentis und mehrere Unternehmen aus den neuen Ländern konkurrieren darum, die insolvente Herstellerfirma der traditionsreichen Nuss-Nougat-Creme "Nudossi" aus Radebeul bei Dresden zu übernehmen.

HB DRESDEN. Neben Zentis sind der größte ostdeutsche Backwarenhersteller, die Dresdner Firma Dr. Quendt ("Russisch Brot"), sowie die Schokoladenfabrik Halloren aus Halle ("Halloren-Kugeln") in die Verhandlungen um die pleite gegangene Spezialitäten Hartmann GbR eingestiegen.

Die Nase vorn dürfte dabei Zentis haben. Die "Leipziger Volkszeitung" zitiert einen Branchenexperten mit den Worten, die Aachener seien mit "Nusspli" bereits heute hinter "Nutella" die Nummer zwei im Nuss-Nougat-Creme-Segment. Mit "Nudossi" könnte Zentis weiteren Boden gut machen. "Dieses strategische Interesse macht Zentis zum absoluten Favoriten", sagte der Experte, der ungenannt bleiben wollte.

Die beiden Unternehmen aus den neuen Ländern spielen dagegen die Ost-Karte. Halloren-Chef Klaus Lelle etwa sagte: "Solange es hier einen Markt zu hegen und zu pflegen gibt, sollte Nudossi dabei sein". Dank gleicher Einkäufer ergäben sich Synergieeffekte, die es zu nutzen gelte. Dr.-Quendt-Chef Hartmut Quendt sagte, er habe großes Interesse daran, dass die Marke "Nudossi" gerettet werde. Allein aus Traditionsgründen sei es wünschenswert, das Unternehmen in ostdeutscher Hand zu belassen.

Der Insolvenzverwalter der Radebeuler Fabrik will derweil noch andere Angebote abwarten und sich in einigen Wochen entscheiden. Der "Nudossi"-Hersteller beschäftigt 80 Mitarbeiter, die im Schnitt etwa 1300 Tonnen der süßen Creme pro Jahr abfüllen. "Nudossi" wird erst seit 1999 wieder hergestellt, nachdem die beiden Unternehmer Karl-Heinz und Thomas Hartmann die Markenrechte gekauft hatten.

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