Nürnberger Hausgerätewerk: Verhandlungen bei AEG abgebrochen

Nürnberger Hausgerätewerk
Verhandlungen bei AEG abgebrochen

Im Konflikt um die Schließung des bestreikten Nürnberger AEG-Hausgerätewerkes sind die Verhandlungen am Dienstag ergebnislos abgebrochen werden. Die IG Metall und der Electrolux-Konzern warfen sich gegenseitig vor, auf ihren Positionen zu verharren.

HB NÜRNBERG. Electrolux habe sich nur im „Hundertstel-Bereich“ bewegt, erklärte der bayerische IG Metall-Chef Werner Neugebauer. Das Verhalten sei eine Zumutung. Die IG Metall hatte zuvor ihr ursprüngliches Forderungspaket von rund 400 Millionen Euro für Abfindungen und Qualifizierungsmaßnahmen um gut zehn Prozent reduziert.

Dagegen sagte Electrolux-Verhandlungsführer Horst Winkler, der Konzern habe sein Angebot, das bislang rund 100 Millionen Euro betrug, um 15 Prozent erhöht. Die Forderungen der IG Metall seien jedoch weltfremd. Winkler zeigte sich enttäuscht vom neuerlichen Scheitern der Verhandlungen. Er sei bereit, weiterhin nach einem Kompromiss zu suchen.

Nachdem die jüngsten Gespräche am Dienstag einmal mehr ergebnislos unterbrochen wurden, will die Tarifkommission der IG Metall am Mittwoch über die Hilfe eines Außenstehenden beraten. „Nachdem heute nichts mehr gegangen ist, muss man jetzt einen Vermittler suchen“, sagte ein Gewerkschaftssprecher. Wer die Rolle übernehmen soll, sei noch offen. „Im Auge haben wir viele, aber sehen tun wir keinen.“ D

Der AEG-Mutterkonzern Electrolux zeigte sich offen für die Initiative, einen unparteiischen Dritten einzusetzen. „Wir schließen nichts aus, was uns einer Lösung näherkommen lässt“, sagte ein Sprecher des schwedischen Unternehmens. Auch der bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU) hatte sich für einen unabhängigen Vermittler eingesetzt.

Electrolux will das Nürnberger AEG-Hausgerätewerk mit 1700 Beschäftigten schließen. Die Belegschaft kämpft seit mehr als einem Monat mit einem Streik um einen Sozialtarifvertrag.

Noch in der Verhandlungsrunde am Montag hatte es Anzeichen für eine Annäherung gegeben. Beide Seiten hatten die Gespräche als konstruktiv bezeichnet. Umso überraschender kam der Abbruch der Verhandlungen am Dienstagmittag. Kernpunkte waren weit auseinander gehende Vorstellungen über die Höhe der Abfindungen und die Dauer der Beschäftigungsgesellschaft.

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