Nuklearenergie
Areva überprüft Atom-Geschäft in Deutschland

Nach dem Atomausstieg Deutschlands sieht sich der französische Nuklearkoznern Areva veranlasst, sein Angebot zu überprüfen. Alles werde überprüft sagt Luc Oursel. Klar ist aber auch: Areva bleibt in Deutschland präsent.
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DüsseldorfDer französische Nuklearkonzern stellt nach dem Atomausstieg in Deutschland seine Aktivitäten in Deutschland in Frage. „Wir prüfen hier alles ohne Tabus“, sagte Konzernchef Luc Oursel im Interview mit dem Handelsblatt, „wir schauen, welche Dienste unsere deutschen Kunden künftig noch brauchen und wie es mit dem Export von Nuklearprodukten und -diensten aus Deutschland heraus in andere Länder aussieht.“ Das Resultat der Überlegungen hänge „natürlich auch davon ab, ob Nukleartechnik hier noch willkommen ist“. „Wir könnten zu dem Schluss kommen, einige Aktivitäten einzustellen“, sagte er. Eine Vorentscheidung soll im Dezember fallen, wenn Oursel seine neue Strategie für den Gesamtkonzern dem Aufsichtsrat vorlegt.

Areva beschäftigt in Deutschland 6000 Mitarbeiter an acht Standorten und setzt hierzulande 1,3 Milliarden Euro um. Das Unternehmen bietet von Deutschland aus Dienstleistungen für Bau und Modernisierung von Kernkraftwerken an, fertigt Komponenten und betreibt eine Brennelementefabrik. In Norddeutschland arbeiten die Franzosen aber auch an drei Standorten für die erneuerbaren Energien, fertigen beispielsweise Windanlagen für Offshore-Windparks.

Einen Stellenabbau will Oursel zum jetzigen Zeitpunkt nicht ausschließen. „Klar ist aber, dass Areva in Deutschland bleiben wird. Die Energiewende bietet uns ja auch Chancen“, betont der Areva-Chef. Sein Unternehmen habe „ein starkes Standbein bei den erneuerbaren Energien“. Und auch der Rückbau der deutschen Reaktoren sei ein lukratives Geschäft. „Wir überlegen sogar, in Deutschland ein weltweites Kompetenzzentrum für den Rückbau von Kernkraftwerken zu gründen.“

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