Industrie

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Nukleargeschäft: Siemens bleibt Atom treu – nur Areva nicht

exklusiv Mit dem Ausstieg aus dem Joint Venture mit Areva ist für Siemens noch lange nicht Schluss mit Kernenergie. Wie das Handelsblatt aus Insider-Kreisen erfahren hat, wird der Mischkonzern weiter im Kernenergiegeschäft engagiert bleiben. Nach dem Ende der Liaison mit Areva will Siemens keinen Gang zurück, sondern einen hochschalten.

Das Siemens-Forum in München. Foto: dpa Quelle: dpa
Das Siemens-Forum in München. Foto: dpa Quelle: dpa

HB MÜNCHEN/PARIS. Der Siemens-Konzern will auch nach dem geplanten Ausstieg beim französischen Atomkraftwerksbauer Areva NP langfristig im Kernenergiegeschäft engagiert bleiben. "Siemens wird sicher nicht aus dem Markt aussteigen", erfuhr das Handelsblatt aus Industriekreisen. Dies beziehe sich durchaus auch auf den nicht-konventionellen Teil. Der Konzern schaue sich nach dem erwarteten Bruch mit Areva dafür nach neuen Partnerschaften um. Auch Übernahmen seien nicht ausgeschlossen. Den konventionellen Teil, zum Beispiel Turbinen und Steuerungstechnik, will Siemens ohnehin weiter verkaufen.

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Ende Januar steht der Joint-Venture-Vertrag erstmals zur Verlängerung an. Laut französischen Industriekreisen hat Siemens signalisiert, dass man eine Put-Option ziehen und den 34-Prozent-Anteil an die Franzosen verkaufen will. Der Konzern selbst hielt sich bedeckt. Ein Siemens-Sprecher sagte lediglich, Vorstand und Aufsichtsrat würden sich mit dem Thema Areva beschäftigen. Laut Branchenkreisen steht das Thema auf der Tagesordnung einer Aufsichtsratssitzung."Im Anschluss daran werden wir uns dann öffentlich dazu äußern", sagte der Siemens-Sprecher.

Areva NP wird gemeinsam von Siemens und dem staatlichen französischen Areva-Konzern betrieben. In der Beziehung knirscht es aber schon seit längerem. Am augenscheinlichsten treten die Probleme beim Bau des finnischen Reaktors Olkiluoto zu Tage. Verzögerungen bei der Fertigstellung haben Siemens bereits viel Geld gekostet. Die Deutschen liefern insbesondere die konventionelle Technik wie Generatoren, sind dabei abhängig von den Fortschritten im atomaren Teil. Hier sind die Franzosen federführend.

Siemens hatte sein eigenes Atomgeschäft vor Jahren in das Joint Venture eingebracht. Nach Information von "Les Echos" wird der Anteil der Deutschen am Gemeinschaftsunternehmen mit 2 Milliarden Euro bewertet.

Die Bundesregierung will sich nicht zu einem angeblichen Ausstieg von Siemens aus dem französischen Atomtechnikunternehmen Areva NP äußern. Dies sei eine rein unternehmerische Entscheidung, sagte Regierungssprecher Ulrich Wilhelm in Berlin.

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