Nuklearkonzern
Auktion für British Energy geplatzt

Elf Milliarden Euro sind Ihnen zu wenig: Der britische Stromproduzent wechselt nun doch nicht den Besitzer, weil keiner der Bieter, darunter auch RWE, tief genung in die Tasche greifen wollte. Das letzte Wort über die Zukunft des Nuklearkonzerns ist damit aber noch nicht gesprochen.

DÜSSELDORF/LONDON. Die Auktion des auch von RWE umworbenen Nuklearkonzerns British Energy ist vorerst gescheitert. Das Unternehmen teilte gestern Nachmittag überraschend mit, dass keiner der Interessenten mit seinem Gebot über den Freitags-Schlusskurs von 735 Pence hinausgehen wolle. Das Unternehmen würde so mit über elf Mrd. Pfund bewertet. Das sei weitaus weniger, als Analysten für gerechtfertigt hielten, hieß es.

British Energy hatte zahlreiche europäische Versorger angelockt. Sie erhofften sich von einer Übernahme einen Vorteil bei der von der britischen Regierung angestoßenen Renaissance der Atomkraft. Der größte britische Stromproduzent, der rund drei Mrd. Pfund umsetzt, betreibt acht der zehn Kernkraft-Standorte in Großbritannien. Wer das Unternehmen übernimmt, könnte an den bisherigen Standorten am leichtesten neue Anlagen errichten, so die Rechnung. Neben RWE haben sich unter anderem auch Electricité de France (EDF), die spanischen Iberdrola, die britische Centrica und die schwedische Vattenfall bei der beauftragten Investmentbank Rothschild gemeldet.

Mitte Mai hat British Energy selbst noch von drei ernsthaften Interessenten gesprochen. Als Favorit galt EDF. Noch gestern berichteten Zeitungen, der Verkauf stehe bevor.

In der knappen Börsenmitteilung heißt es, British Energy habe in den vergangenen Wochen ausführliche Gespräche mit mehreren Interessenten geführt. Doch keines der Angebote, die daraus entstanden seien, trügen den steigenden Energiepreisen und dem Wert der Kraftwerksstandorte für die Pläne zum Bau neuer Kernkraftwerke in Großbritannien Rechnung. Der Vorstand sei aber weiterhin offen für neue Angebote. Daneben erwägt er offenbar aber auch die Möglichkeit, beim Bau von Atomkraftwerken Partnerschaften einzugehen. "Wir erwarten weitere Diskussionen mit interessierten Parteien", heißt es zum Abschluss.

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