Nun unter staatlicher Kontrolle: Russische Regierung genehmigt Fusion von Gazprom mit Rosneft

Nun unter staatlicher Kontrolle
Russische Regierung genehmigt Fusion von Gazprom mit Rosneft

Die russische Regierung hat die Fusion des Gasmonopolisten Gazprom mit dem staatlichen Ölkonzern Rosneft genehmigt. Das Rosnet gehörende ehemalige Kerngeschäft des angeschlagenen Yukos-Konzerns soll Angaben von Gazprom-Chef Alexej Miller zufolge getrennt weitergeführt werden.

HB MOSKAU. Miller gab die Genehmigung in dem von seiner Firma kontrollierten Fernsehsender NTV bekannt. Zugleich bestätigte er, dass der russische Staat mit der Fusion die Kontrolle bei dem Monopolisten übernimmt, an dem die deutsche Eon Ruhrgas mit rund 6,5 Prozent beteiligt ist. Die Fusion war lange erwartet worden und macht Gazprom zu einem der größten Energielieferanten der Welt. Gazprom war zuvor bereits der weltgrößte Erdgas-Produzent. Das Unternehmen deckt rund ein Viertel des europäischen und etwa ein Drittel des deutschen Erdgasbedarfes.

Die neue Yugansk-Einheit werde in Zukunft von Rosneft-Chef Sergej Bogdantschikow geleitet, berichtete NTV. Rosneft hat die Kernsparte von Yukos vor kurzem mit der Baikal-Finanzgruppe übernommen, die sich bei der Zwangsversteigerung des Geschäfts durchgesetzt hatte. Auch Gazprom hatte sich an der Versteigerung von Yuganskneftegaz beteiligt und galt ursprünglich als aussichtsreichster Kandidat für den Kauf. Mit der Zwangsversteigerung wollte Russland Steuerschulden eintreiben, die Yukos als überhöht kritisiert hat.

Der ehemalige Yukos-Chef Michail Chodorkowski vermutet hinter der Zerschlagung des Imperiums ein politisch motiviertes Vorgehen der Regierung, um die Kontrolle über den Anfang der neunziger Jahre privatisierten Energiesektor zu erlangen. Auch international ist der russische Präsident Wladimir Putin dafür kritisiert worden, eine zentralstaatlich orientierte Politik zu betreiben.

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