Nur die Hersteller von Gartenmöbeln können sich entspannt zurücklehnen
Möbelindustrie fürchtet Rekord beim Stellenabbau

Die deutsche Holz- und Möbelindustrie sieht zwar Licht am Ende des Tunnels, dennoch befürchtet der Verband der Deutschen Holz- und Möbelindustrie (VDM) für das Jahr 2003 einen Rekord beim Stellenabbau.

il KÖLN. Die deutsche Holz- und Möbelindustrie sieht Licht am Ende des Tunnels: Für 2004 hofft der Verband der Deutschen Holz- und Möbelindustrie (VDM) erstmals wieder auf ein leichtes Umsatzwachstum von etwa 2 %. Das teilte der Geschäftsführer des VDM, Dirk-Uwe Klaas, in Köln mit.

Für das Gesamtjahr 2003 sind die Erwartungen der Branche noch verhalten: Das Holzgewerbe büßte im ersten Halbjahr 2003 rund 4 % Umsatz ein, die Möbelindustrie 3, 1 %. Damit sank der Umsatz der Gesamtbranche im ersten Halbjahr 2003 um 3,3 % von 18,3 Mrd. auf 17,7 Mrd. Euro. Für das zweite Halbjahr prognostiziert der Verband für die Möbelindustrie ein Minus gegenüber dem Vorjahr bis zu 2 % und für die Holzindustrie bis zu 3 %.

Zudem befürchtet der Verband für das Jahr 2003 einen Rekord beim Stellenabbau: Allein in den ersten sechs Monaten dieses Jahres wurden in der Gesamtbranche rund 18 000 Mitarbeiter entlassen. Für das zweite Halbjahr ist mit einer Fortsetzung dieses Trends zu rechnen. Damit sank die Zahl der Beschäftigten von rund 259 000 im Jahr 2002 auf jetzt 241 000.

In der Möbelindustrie lagen bis Ende Juni alle Sparten im Umsatzminus. Am schlimmsten traf es hier den Bereich der Büro- und Ladenmöbel mit einem Umsatzrückgang von 19 %. Die Küchenmöbelindustrie büßte 4,8 % ein. Wohn-, Ess- und Schlafzimmermöbel verzeichneten einen Umsatz-Rückgang um 4,1 % und die Polstermöbel ein Minus von 10 %. Einzig die Gartenmöbelhersteller konnten sich freuen: Durch die Hitze im Sommer liefen Möbel für Terrasse und Balkon besser als in den Vorjahren.

Über Kaufzurückhaltung im Ausland kann die Möbelindustrie sich nicht beklagen: In den ersten fünf Monaten dieses Jahres nahm der Export um rund 6,6 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum zu. Damit stieg die Exportquote gegenüber den ersten fünf Monaten 2002 von 22,5 auf jetzt 24,5 %. Deutsche Möbel wurden vor allem in Osteuropa und den EU-Staaten nachgefragt. Gleichzeitig stiegen jedoch auch die Möbelimporte deutlich – vor allem Anbieter aus Osteuropa und China machen den deutschen Herstellern verstärkt Konkurrenz.

Die Krise der Branche liegt aber nicht nur an der Konjunkturflaute. Sie ist zum Teil auch hausgemacht: So haben deutsche Hersteller es verschlafen, auf Marken und Marketing zu setzen. Klaas räumt ein, dass die deutsche Möbelindustrie es wohl nicht geschafft habe, die Kunden zum Kaufen zu animieren. Die deutschen Hersteller versuchen nun langsam, Marken aufzubauen und den Vorsprung der ausländischen Konkurrenz aufzuholen.

Der VDM-Chef zeigte sich unzufrieden mit dem Möbelhandel: Die neuen Öffnungszeiten müssten gerade von Möbelhändlern genutzt werden. Schließlich gehen kaufkräftige Kunden abends und am Wochenende einkaufen. Zudem müsse die Branche dazu übergehen, seltener neue Möbel-Kollektionen anzubieten. Die Hersteller hätten vor lauter Messen keine Zeit, wirkliche Innovationen präsentieren zu können.

Quelle: Handelsblatt

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