Nur geringer Handel
EnBW-Chef bestreitet Einfluss des Zertifikatehandels auf Strompreise

Der Emissionshandel spielt nach Einschätzung des Vorstandsvorsitzenden der Energie Baden-Württemberg AG (EnBW), Utz Claassen, bei der aktuellen Strompreisentwicklung „nur eine untergeordnete Rolle“. Die „Aussagen eines Wettbewerbers“, die aktuelle Preisentwicklung sei erheblich vom Emissionshandel beeinflusst, „können wir nicht bestätigen“, sagte Claassen dem Handelsblatt.

BERLIN. Der Handel mit Emissionsrechten werde allenfalls mit der Zeit seinen Niederschlag in den Strompreisen finden, sagte er dem Handelsblatt. Die derzeit gehandelte Mengen von Zertifikaten seien so begrenzt, dass man deren Einfluss auf die Preisbildung nicht erkennen könne.

Dagegen hatte RWE-Chef Harry Roels kürzlich argumentiert, die Preissteigerungen beim Strom seien zu einem erheblichen Teil auf den Emissionshandel zurückzuführen. Sein Unternehmen müsse wegen der „knappen Verteilung“ von Emissionsrechten jährlich Zertifikate im Wert von 350 Millionen Euro zukaufen. Bundesumweltminister Jürgen Trittin (Grüne) hatte diese Argumentation zurückgewiesen.

Energieintensive Unternehmen und Stromerzeuger waren Anfang des Jahres für die Zeit bis 2007 mit kostenlosen Zertifikaten ausgestattet worden, die sie zu einem bestimmten Kohlendioxid-Ausstoß berechtigen. Wer mehr emittiert, muss solche Papiere von denen hinzukaufen, die wegen geringer eigener Emissionen über überschüssige Zertifikate verfügen.

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