Nur moderates Wachstum
Salatdressings trüben Bilanz von Kraft Foods

Der US-Lebensmittelhersteller Kraft Foods ist in den vergangenen drei Monaten schwächer als erwartet gewachsen. Die Anleger reagierten darauf am Dienstag enttäuscht.

HB CHICAGO. Kraft bekam nach eigenen Angaben im dritten Quartal vor allem den Skandal in Nordamerika um mit Kolibakterien verunreinigten Salat und Spinat zu spüren. Dies hatte vor allem die Nachfrage nach Kraft-Salatdressings belastet. Auch griffen Verbraucher vermehrt zu Fertiggetränken der Konkurrenz. Zwar hob Kraft am Montag nach US-Börsenschluss seine Gewinnprognose für das Gesamtjahr an und nannte als Grund dafür erwartete Einnahmen aus dem Verkauf eines Bereichs. Aktien von Kraft verloren nachbörslich aber vier Prozent. „Die gehen zwei Schritte nach vorne und einen zurück“, sagte ein Analyst.

Der Umsatz des Herstellers von Oreo-Keksen und Kraft-Käse stieg um rund zwei Prozent auf 8,24 Mrd. Dollar. Beim Reingewinn gab es einen Zuwachs von elf Prozent auf 748 Mill. Dollar. Dies entspricht 45 Cent je Aktie. Vor Sonderposten waren es 46 Cent und damit ein Cent mehr als von Analysten erwartet. Analysten sagten, sie angesichts der laufenden Restrukturierung hätten sie eine nachhaltigere Entwicklung erwartet.

„Es war ein hartes Jahr für Salatdressings wegen all der Ereignisse für Verbraucher rund um grünen Salat und Spinat“, sagte die seit Juni amtierende Kraft-Chefin Irene Rosenfeld in einem Interview. Zudem sei Kraft im Bereich Fertiggetränke schlichtweg nicht konkurrenzfähig gewesen. Der Umsatzanstieg von gut zwei Prozent war zudem geringer als im Vorquartal und lag auch unter den Analystenerwartungen. Ein Branchenexperte sagte, eine 32-Milliarden-Dollar-Firma brauche eben ein paar zündende Ideen für umsatzstarke, neue Produkte. Auch Rosenfeld räumte hier Defizite ein: „Viele unserer Innovationen würden wir zwar als neu für Kraft bezeichnen, aber nicht neu für die Welt.“

Kraft versucht derzeit, durch Werksschließungen und Stellenstreichungen Kosten zu senken. Insbesondere Energie, Getreide und andere Rohstoffe haben sich verteuert. Zudem hat sich Kraft von einigen Marken getrennt und will sich verstärkt auf das Geschäft mit Keksen, Getränken und Diätlebensmitteln konzentrieren.

Viele Analysten und Investoren wüssten zudem gerne, wann der Mutterkonzern Altria die restlichen Anteile an Kraft abstoßen wird. Rosenfeld hat den Markt zudem bislang weitgehend im Unklaren über ihre Strategie für Kraft gelassen. Nach eigenen Worten will sie sich Anfang 2007 dazu näher äußern.

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