Nur noch ein Kunde
Airbus baut seinen Superfrachter

UPS darf sich geehrt fühlen. Airbus baut nur für den US-Paketdienst eine Frachversion seines doppelstöckigen Superflugzeugs A380. Das passiert allerdings nicht ganz freiwillig. Nach und nach sind alle anderen Kunden abgesprungen und zur Konkurrenz gegangen. Die Schuld dafür liegt bei Airbus.

HB/fas MÜNCHEN. „Die Frage nach Einstellung des Frachters stellt sich nicht“, sagte EADS-Co-Chef Tom Enders am Montagabend in München. In den nächsten 20 Jahren gebe es am Markt einen Bedarf an 500 Frachtmaschinen dieser Größenordnung, begründete er das Festhalten.

Am Montag hatte die Leasingfirma ILFC ihre Bestellung von fünf A380-Frachtern in Passagiermaschinen umgewandelt. Damit bleibt nur noch UPS als Kunde übrig. Der US-amerikanische Logistikkonzern ht zehn Frachtmaschinen bestellt.

Wie die Passagierversion ist auch der Frachter zwei Jahre hinter dem Zeitplan. Jetzt kommt die Maschine frühestens 2009. Für die meisten Kunden ist das zu spät. Erst wandelte Airbus-Großkunde Emirates seine Frachtversion-Bestellung in Passagiermaschinen, vor einem Monat stornierte mit Fedex der nächste Großkunde zehn fest bestellte A 380F und orderte bei Boeing. Korean Air, ein weiterer potenzieller Großkunde, kaufte ebenfalls beim US-Rivalen. Daraufhin stellte EADS-Finanzchef Hans-Peter Ring Anfang November den Riesenfrachter in Frage.

Airbus hat den Frachtflieger parallel zur Passagiervariante entwickelt und hoffte, mit den höheren Stückzahlen die immensen Entwicklungskosten des A380 von 12 Mrd. Dollar besser hereinholen zu können. Weltweit wächst der Bedarf an Luftfrachtkapazitäten, die Nachfrage wird derzeit vor allem durch den Umbau älterer Passagiermaschinen befriedigt. Zu diesem Zweck hatte Airbus erst vor kurzem einen Vertrag mit einem russischen Unternehmen geschlossen.

Die erneute Abbestellung eines Frachtkunden fällt in die Diskussion über die Arbeitsteilung zwischen den Airbus-Endmontagen in Hamburg und Toulouse. Sollte Airbus den A380F doch noch fallen lassen, wäre das ein harter Schlag für das Airbus-Werk Hamburg. Denn die Frachtversion soll an der Elbe endmontiert werden. Dort wird mit hohen Subventionen der öffentlichen Hand und gegen den massiven Widerstand der Anwohner die Landebahn verlängert – extra für den riesigen Lufttransporter.

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