Nur noch geringe Abschreibungen
MVV sieht besseren Zeiten entgegen

Der Mannheimer Regionalversorger MVV Energie AG erwartet im kommenden Geschäftsjahr eine deutliche Ergebnissteigerung, da er auf seine Stadtwerkebeteiligungen nur noch geringe Wertberichtigungen vornehmen muss.

HB DÜSSELDORF. Die Wirtschaftsprüfer von Deloitte hätten einen Abschreibungsbedarf von nur noch drei Mill. € errechnet, teilte die MVV am Freitag mit. Aus heutiger Sicht, sei das Thema Wertberichtigungen für die Beteiligungen damit vom Tisch. In den vergangenen Jahren habe MVV bereits 39 Mill. € abgeschrieben. „Mit dem nun ermittelten zusätzlichen Abschreibungsbedarf von drei Mill. € liegen die Buchansätze der Stadtwerke-Beteiligungen um insgesamt 42 Mill. € unter den Kaufpreisen“, sagte Vorstandschef Rudolf Schulten.

Der Abschreibungsbedarf der MVV war in der Branche um ein Vielfaches höher geschätzt worden. MVV hatte sich an den genannten Stadtwerken zu einer Zeit beteiligt, als fast astronomische Preise für solche Anteile gezahlt wurden. Nachdem vor allem die Kartellwächter dem Sammeln von Stadtwerken durch strenge Überprüfung der Wettbewerbsfolgen einen Riegel vorgeschoben hatten, sind die Preise wieder deutlich gesunken.

Schulten kündigte an, schon im Anfang Oktober beginnenden neuen Geschäftsjahr 2004/05 ein „deutlich besseres Ergebnis“ zu erzielen. Für das in wenigen Tagen endende Geschäftsjahr 2003/04 bekräftigte er die Prognose, wonach der operative Gewinn im einstelligen Prozentbereich unter den im Vorjahr ausgewiesenen 121 Mill. € liegen werde. MVV werde unter dem Strich in diesem Jahr aber noch rote Zahlen schreiben, Schulten nannte aber keine Größenordnung.

MVV will zudem trotz eines erwarteten Jahresverlustes für das Geschäftsjahr 2003/04 eine Dividende zahlen. „Wir orientieren uns bei der Dividendenfrage eher am operativen Ergebnis“, sagte Schulten. Deshalb könne es für das Ende September auslaufende Jahr durchaus eine Ausschüttung geben. „Das werden wir jedenfalls dem Aufsichtsrat vorschlagen“, sagte Schulten.

Der Mannheimer Energieversorger hat außerdem angekündigt, wie seine Wettbewerber die Strompreise zu erhöhen. Da der börsennotierte Regionalversorger rund die Hälfte des Stroms zukaufe, müssten die Preissteigerungen an die Kunden weitergegeben werden, erklärte Schulten. Es gebe aber noch keine endgültige Entscheidung. Die Energiekonzerne RWE und Vattenfall Europe haben bereits Tarifanhebungen angekündigt. Eon will dagegen darauf verzichten.

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