Nutzfahrzeug-Bereich wird auf Rendite getrimmt
Daimler-Chrysler baut Lkw-Sparte um

Der deutsch-amerikanische Automobilkonzern Daimler-Chrysler will seine Nutzfahrzeug-Sparte umbauen und damit ab 2006 oder 2007 jährlich mehrere hundert Mill. € sparen.

Reuters STUTTGART. Neue Lkw für den europäischen (“Mercedes Benz“) und für den nordamerikanischen Markt (“Freightliner“) sollen nach den Plänen von Nutzfahrzeug-Vorstand Eckhard Cordes von 2004 an gemeinsam entwickelt werden, wie der weltgrößte Nutzfahrzeughersteller am Montag mitteilte. Die Markenverantwortung bleibe aber getrennt. „Wir sehen mittelfristig Einsparpotenziale von mehreren hundert Mill. € jährlich“, sagte ein Sprecher. Diese Summe sei erreichbar, wenn die ersten gemeinsamen Motoren für Freightliner und Mercedes-Benz auf dem Markt seien. Der bisher eigenständige Geschäftsbereich „Powersystems“, in dem Daimler-Chrysler Getriebe und Motorenteile auch für Dritte herstellt, wird aufgelöst, die Werke werden in die regionalen Bereiche eingegliedert. Vom Umbau betroffen sind nach Firmenangaben bis zu 60 000 der 94 000 Mitarbeiter in der Sparte.

Cordes versucht seit längerem, den Bereich unter anderem mit der weltweiten Vereinheitlichung von Komponenten und Motoren auf mehr Ertragskraft zu trimmen. „Die zukünftige Organisation ist eine wichtige Voraussetzung, damit die strategische Initiative 'Turning Scale into Profit' mit wachsendem Erfolg fortgeführt werden kann“, kommentierte der Nutzfahrzeug-Vorstand den Umbau. Die Sparte hatte im vergangenen Jahr auf Grund von Restrukturierungsaufwendungen unter dem Strich mit 343 Mill. € erneut rote Zahlen geschrieben. Operativ hatte der mit nahezu 30 Mrd. € Umsatz größte Lkw-Bauer der Welt gerade 176 Mill. € verdient. Im laufenden Jahr soll der operative Gewinn höher ausfallen.

Die Ansprüche von US-Nutzfahrzeugkäufern unterscheiden sich zurzeit noch maßgeblich von den Anforderungen an einen Lkw in Europa. Die erreichbaren Synergiepotenziale umfassten rund zwei Drittel der Materialkosten eines Lkw, erklärte Daimler-Chrysler nun. Einen Großteil davon machten Motoren, Getriebe und Achsen aus. Die ersten im Rahmen der neuen Strategie gemeinsam entwickelten Motoren für Mercedes-Benz und für Freightliner sollen 2006/2007 auf den Markt kommen. In der neuen Struktur soll auch Platz für eine stärkere Kooperation mit Mitsubishi Fuso und Hyundai sein, kündigte das Unternehmen an. An der aus Mitsubishi ausgegliederten Fuso hält Daimler-Chrysler als größter Aktionär 43 %, an der Lkw-Sparte von Hyundai will der Konzern 50 % erwerben.

Im Bereich Powersystems hatte sich Daimler-Chrysler kürzlich von der Hoffnung verabschiedet, dort in größerem Stil Teile für externe Kunden produzieren zu können. Nun wird das Geschäft mit Dritten mit wenigen Ausnahmen ganz aufgegeben. Die zu der Sparte gehörige Tochtergesellschaft MB Lenkungen soll nach Angaben aus unternehmensnahen Kreisen in ein Gemeinschaftsunternehmen mit Thyssen-Krupp eingebracht werden, an dem der Partner zunächst 60, später aber 100 % übernehmen soll. Der Chef von Powersystems, Gerald Weber, soll die neue Entwicklungssparte führen.

Neben den beiden Lkw-Sparten gehören das Transporter- und das Bus-Geschäft sowie der Schiffs- und Großmotorenhersteller MTU Friedrichshafen zu der Sparte. Sie sollen unverändert bleiben.

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