Nutzfahrzeuge boomen
Deutscher Automarkt bricht ein

Der deutsche Automarkt ist im April um fast neun Prozent eingebrochen. Das Geschäft mit Lastwagen und Bussen hat im selben Zeitraum jedoch sprunghaft zugenommen.

HB FRANKFURT. Nach einem starken März ist die Zahl der Auto-Neuzulassungen im April um ein Fünftel zum Vorjahresmonat eingebrochen. Insgesamt registrierte das Kraftfahrtbundesamt (KBA) nach Angaben vom Freitag 285 000 neue Autos, 26 000 Motorräder und 28 000 Laster. Im Vergleich der ersten vier Monate mit dem Zeitraum des Vorjahres ergibt sich bei Autozulassungen ein Plus von 1,2 Prozent.

Während Geländewagen und Kleinstwagen binnen Jahresfrist mit zweistelligen Raten zulegten, war der Rückgang in der oberen Mittelklasse mit 30 Prozent besonders hoch. Sowohl preiswerte als auch Autos mit Flüssiggas- und Hybridantrieb waren bei Autokäufern sehr gefragt.

Die Neuzulassungen von Nutzfahrzeugen sind im April in Deutschland ebenfalls sprunghaft gestiegen. Nach Angaben des Verbandes der Automobilindustrie (VDA) wurden im vergangenen Monat 39 800 Lastwagen, Transporter und Busse neu angemeldet. Das waren 60 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Vor allem Lastwagen über sechs Tonnen waren gefragt. „Das Nutzfahrzeug erweist sich als echter Impulsgeber der Konjunktur“, stellte VDA-Präsident Bernd Gottschalk am Freitag fest.

Als Gründe für die große Nachfrage nannte der Verband neue Fahrzeugkonzepte, ein steigendes Transportvolumen, den Erneuerungsbedarf der Flotten sowie die Einführung des digitalen Tachographen zum 1. Mai. Wegen möglicher Vorzieheffekte dürfe der starke April nicht auf das gesamte Jahr hochgerechnet werden. „Wir gehen aber mit viel Rückenwind auf die IAA Nutzfahrzeuge“, sagte Gottschalk. Die Messe ist vom 21. bis 28. September in Hannover.

Wegen der Osterpause im April und der starken Inlandsnachfrage knickten Produktion und Export ein. Die Ausfuhren sanken im April um 22 Prozent auf 20 230 Fahrzeuge. Die Produktion ging um 16 Prozent auf 30 600 Nutzfahrzeuge zurück. Die deutschen Hersteller würden inzwischen vor allem bei schweren Lastwagen an der Kapazitätsgrenze arbeiten. Der Auftragsbestand bei Lkw über sechs Tonnen liege weiter auf hohem Niveau.

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