Nutzfahrzeuge
Lkw-Bauer sind bester Stimmung

Zum Auftakt der IAA freut sich die Branche über eine rasche Erholung nach dem tiefen Einbruch. Einige Hersteller heben ihre Geschäftsprognose an. Die Verkaufszahlen aus Europa, Nordamerika und Japan machen Hoffnung auf bessere Zeiten.
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HANNOVER/STUTTGART/MÜNCHEN. Beste Stimmung in der Nutzfahrzeugindustrie zum Auftakt der weltweit wichtigsten Branchenmesse IAA in Hannover: „Der Aufschwung ist da. Die Zahlen sind mehr als nur ein Strohfeuer“, sagte Andreas Renschler, Chef der Nutzfahrzeugsparte von Weltmarktführer Daimler.

Von Januar bis August 2010 verkauften die Stuttgarter rund 215 000 Lkw und Busse und damit mehr Fahrzeuge als im gesamten Krisenjahr 2009. Renschler deutete eine Erhöhung der Prognose an, wollte aber nicht konkreter werden: „Wir rechnen mit einem weiteren Absatzanstieg in allen Geschäftseinheiten – auch gegenüber der ersten Jahreshälfte.“ Die Prognose für das Gesamtjahr von einem operativen Ergebnis in Höhe von einer Mrd. Euro, bestätigte er. Im Vorjahr hatte der Verlust noch bei einer Mrd. Euro gelegen.

Bis Ende des Jahres werde von einer weiteren Stärkung der weltweiten Lkw-Märkte ausgegangen, sagte der Daimler-Manager. Für Europa rechne er mit einem Wachstum von bis zu zehn Prozent, für Nordamerika mit bis zu 15 und für Japan mit bis 30 Prozent. Bis 2015 erwartet Renschler einen Anstieg des Weltmarktes um fast 50 Prozent auf dann 2,9 Mio. Fahrzeuge, getrieben vor allem durch die wachsende Nachfrage der Schwellenländer.

Produktion brach 2009 massiv ein

Gute Nachrichten für eine in der Wirtschaftskrise stark gebeutelte Industrie: Nach den goldenen Jahren der Globalisierung von 2004 bis 2007 kam bereits im Sommer 2008 der brutale Einbruch. Im vergangenen Jahr brach die Produktion in Westeuropa nach Berechnungen der Beratung Alix Partner um 60 Prozent ein. Weltweit ging der Lkw-Absatz sogar von 2,6 Mio. auf 1,7 Mio. Stück zurück. Und während die Politik die Autohersteller mit der Abwrackprämie über Wasser hielt, standen bei MAN und Daimler monatelang die Bänder still.

Auch der 2009 schwer gestrauchelte Münchener Lkw-Bauer MAN wird immer optimistischer. Die Internationalisierungsstrategie gehe voll auf, sagte MAN-Finanzchef Frank Lutz gestern auf der IAA. Man wolle zwar das dritte Quartal abwarten, aber aus heutiger Sicht sei die zum Halbjahr abgegebene Prognose „zu konservativ“. Beim Umsatz werde MAN „sicherlich in Richtung 15 Mrd. Euro“ gehen. 2009 verbuchte MAN einen Konzernumsatz von zwölf Mrd. Euro. Bisher lag die Erwartung nur bei mehr als zehn Prozent Zuwachs.

Auch bei der Profitabilität wird Lutz zuversichtlicher. Die geplante Umsatzrendite von sechs Prozent bilde eher den unteren Boden, sagte er. Der MAN-Manager geht jetzt für 2010 von einem Gesamtabsatz von 115 000 bis 120 000 Fahrzeugen aus. Das wäre Lutz zufolge in der Geschichte des Unternehmens ein „absoluter Rekordwert“. Getrieben wird das Wachstum vor allem durch den staatlich befeuerten Nachfrageboom in Brasilien.

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