Nutzfahrzeuge
MAN fährt Produktion in Indien hoch

Der Münchener MAN-Konzern will seine Position auf dem indischen LKW-Markt kräftig ausbauen. Zwei Jahre nach dem Start des Joint Ventures mit dem indischen Fahrzeughersteller Force Motors bereitet sich das indische Werk auf den Beginn der Großserienfertigung vor.

MUMBAI. "Wir haben gute Chancen, schon in diesem Jahr in Indien Geld zu verdienen", sagte Technik- und Einkaufsvorstand Karl Schaller-Viktor im Gespräch mit dem Handelsblatt. In diesem Jahr wollen die Partner 6 800 LKW fertigen 2010 sollen es bereits 24 000 Lastwagen sein. Damit käme dann jeder sechste MAN-LKW aus indischer Produktion.

Force Motors und MAN fertigen im zentralindischen Pithampur schwere LKW. Mit 30 Prozent halten die Deutschen eine Minderheitsbeteiligung. Die beiden Partner wollen 150 Millionen Euro in den Aufbau der Fertigung stecken. Die Technik liefert MAN, Fertigung und Vertrieb übernimmt der Indische Partner. "Deutsche Technik ist für die robusten indischen Anforderungen am besten geeignet", sagt Abhay Ferodia, Eigentümer von Force Motors.

Nach europäischen Maßstäben schicken die Partner einfache, aber robuste Fahrzeuge in den Markt. Achtzig Prozent sind für den Einsatz auf Baustellen ausgelegt, dem schnellst wachsenden Segment in Indien. Da Geschwindigkeiten über fünfzig Kilometer in der Stunde auf Indiens Straßen kaum möglich sind, reichen für schwere LKW auch Motoren um die 200 PS. "Dafür muss aber immer die stärkste Kupplung eingebaut werden", weiß Ingenieur Schaller. Anfahren mit schwerer Last ist die wichtigste Disziplin auf indischen Baustellen.

"Europäische Qualität in Indien zu produzieren ist eine Herausforderung", sagt MAN-Manager Schaller. Vor allem die Zulieferer bereiten dem Joint Venture Probleme. Zwar sind bekannte Partner wie der Getriebehersteller ZF Friedrichshafen oder der Kolbenspezialist Mahle vor Ort, doch Stückzahlen und Qualität der indischen Partner lassen noch zu wünschen übrig. Motorblöcke lässt MAN beispielsweise noch aus der Türkei importieren, bislang hat noch keine indische Gießerei die Anforderungen erfüllen können.

"Wir waren Anfangs vielleicht etwas zu optimistisch", räumt MAN-Manager Schaller ein, der auf keinen Fall Abstriche an der Qualität machen will. Immerhin sei der lokale Zulieferungsanteil bereits auf 85 Prozent gestiegen. Erreicht der Wert 100 Prozent, sei das Werk um ein Drittel günstiger als eine Fertigung in Westeuropa. Für MAN ist das auch eine strategische Option. Schon jetzt liefert das Werk nach Südafrika, weitere Märkte in Nordafrika und Asien werden folgen.

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