Nutzfahrzeuge
MAN: Keine Freude an guten Zahlen

Der Maschinenbau- und Nutzfahrzeugkonzern stellt sich auf schwere Zeiten ein. Bereits im vierten Quartal brach der Auftragseingang konzernweit um 56 Prozent auf 1,95 Milliarden Euro ein. MAN muss voraussichtlich die Kurzarbeit übers Jahr ausweiten.

HB MÜNCHEN. Eine genaue Prognose für 2009 sei angesichts der Krise an den Finanzmärkten derzeit kaum möglich, teilte das Unternehmen in München mit. Zwar rechnen die Münchner auch für den Gesamtkonzern mit weniger Bestellungen und Umsatz, besonders hart dürfte es aber das Lastwagengeschäft treffen. Hier zeigte der Auftragseingang zuletzt deutlich nach unten. MAN hat bereits mit massiven Produktionskürzungen reagiert und sich von einem großen Teil seiner Leiharbeiter getrennt. 2008 schaffte MAN dank des guten Starts ins Jahr aber noch ein solides Ergebnis. An der Börse gab die Aktie zum Handelsstart zwischenzeitig leicht nach und verlor knapp 0,7 Prozent auf 32,68 Euro.

Bereits im vierten Quartal 2008 brach der Auftragseingang konzernweit um 56 Prozent auf 1,95 Milliarden Euro ein. Besonders das Nutzfahrzeuggeschäft wurde von der Wirtschaftskrise voll erfasst. Zwischen Oktober und Dezember kam MAN mit 930 Millionen Euro hier nicht einmal auf ein Drittel des Bestellvolumens vom Vorjahr. Zumindest etwas besser sah es noch im Geschäft mit Turbomaschinen und Dieselmotoren aus. Auch hier musste MAN zwar Einbußen verkraften, sie fielen aber vergleichsweise moderat aus.

Die Aussichten für 2009 sind damit trübe. Bei Lastwagen und Bussen rechnet MAN mit weniger Umsatz und Gewinn. In den übrigen Geschäftsbereichen will der Konzern zwar stabile Ergebnisse schaffen, kompensieren dürften sie die Ausfälle bei den Nutzfahrzeugen aber kaum. Für den Gesamtkonzern bedeutet dies weniger Bestellungen und weniger Umsatz. In den kommenden Monaten will der Konzern weitere Einsparmöglichkeiten prüfen und sein Geschäft mit Dieselmotoren für Kraftwerke ausbauen, um einen Ausgleich für die Ausfälle bei den Lastwagen zu erreichen.

2008 schaffte MAN trotz des abrupten Nachfrageeinbruchs im Herbst noch ein solides Ergebnis. Der Umsatz kletterte im Vergleich zum Vorjahr um sechs Prozent auf 14,945 Milliarden Euro, das operative Ergebnis verbessert sich von 1,55 auf 1,72 Milliarden Euro. Der Überschuss bewegte sich mit 1,247 Milliarden Euro etwa auf Vorjahresniveau.

Die sinkende Nachfrage und die zuletzt deutlich gekürzte Produktion machten sich auch bei den Mitarbeiterzahlen bemerkbar. Den fest angestellten Mitarbeiter blieben Streichungen zunächst erspart. Ihre Zahl lag zum Jahresende mit rund 51 300 sogar leicht über Vorjahresniveau. Bei den festen Mitarbeitern seien ausdrücklich keine Kürzungen geplant, betonte Samuelsson. "Wir wollen unsere Mitarbeiter behalten, wir brauchen ihre Kompetenz für die Zukunft." Bei den Leiharbeitern aber kürzte MAN aber kräftig. Hier wurde die Zahl der Stellen um fast 40 Prozent auf knapp 2 200 verkleinert. Von diesen will MAN nochmals rund ein Viertel nach Hause schicken.

Auch muss der Maschinenbau- und Nutzfahrzeugkonzern die Kurzarbeit voraussichtlich übers Jahr ausweiten. "Kurzarbeit werden wir wahrscheinlich auch im zweiten Halbjahr machen", sagte Vorstandschef Hakan Samuelsson am Donnerstag.

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