Nutzfahrzeuge
VW macht die „kleine“ Lkw-Lösung

Volkswagen begnügt sich bei seinen Bemühungen um eine Allianz der beiden Lkw-Bauer Scania und MAN seiner eigenen Nutzfahrzeugsparte vorerst mit einer kleinen Lösung. Der Wolfsburger Konzern verkauft sein Geschäft mit schweren Lastwagen und Bussen in Brasilien für 1,175 Mrd. Euro in bar an den Münchener Lkw- und Maschinenbaukonzern MAN.

HB HAMBURG. Die Transaktion, der die Gremien bereits grünes Licht gegeben haben, soll zum 1. Januar 2009 wirksam werden. VW ist mit knapp 30 Prozent größter Anteilseigner von MAN und hält mit knapp 69 der Stimmrechte die Mehrheit an dem schwedischen Lastwagenkonzern Scania. Es war unklar, ob Volkswagen damit seinen ursprünglichen Plan aufgibt, eine Dreier-Allianz aus MAN, Scania und dem eigenen Geschäft mit schweren Lastwagen zu schmieden.

Ziel dieser Pläne sollte sein, die gesamte Produktpalette abzudecken. VW liefert preiswerte Lastwagen, MAN mittel- bis hochwertige Lkw und Scania hat sich auf das besonders lukrative obere Marktsegment spezialisiert. Das Einsparpotenzial einer solch großen Lösung hatte VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piech auf rund eine Milliarde Euro beziffert. Die Gespräche darüber kamen aber nicht voran.

Ursprünglich hatte MAN Scania übernehmen wollen, war aber am Widerstand der schwedischen Anteilseiger gescheitert. Daraufhin hatte Piech die Fäden in die Hand genommen und war mit VW bei MAN eingestiegen. Nach langem Ringen verkauften im Frühjahr die schwedischen Scania-Großaktionäre, die Industriellenfamilie Wallenberg und ihre Beteiligungsfirma Investor ihre Aktienpakete für knapp 2,9 Mrd. Euro an Volkswagen.

Mit dem nun vereinbarten Verkauf konzentriere Volkswagen sein Lkw-Geschäft auf die Beteiligungen an MAN und Scania sowie das Geschäft mit Transportern und Kleinbussen der Marke VW, teilte der Wolfsburger Konzern mit. Unklar ist, ob Scania künftig enger mit MAN kooperieren soll. Bisher existiert keine solche Zusammenarbeit, die Experten angesichts der Konjunkturschwäche für ratsam hielten.

Michael Punzet, Branchenanalyst der DZ Bank, hält es für möglich, dass Volkswagen seinen Scania-Anteil an MAN weiterreicht, um die Nutzfahrzeugaktivitäten unter einem Dach zu vereinen.

Volkswagen produziert seit 1996 in Resende in Brasilien schwere Lkw und Busse und ist Marktführer in dem Land. Die Fahrzeuge werden überwiegend in Südamerika und Südafrika verkauft. 2007 wurden 47 000 Fahrzeuge an Kunden ausgeliefert.

Für MAN bedeutet die Transaktion die lange erhoffte Stärkung des Südamerika-Geschäfts, wo die Münchener bisher kaum vertreten sind. MAN-Chef Hakan Samuelsson sagte: „Mit dem Erwerb von VW Truck & Bus in Brasilien erreichen wir einen weiteren Meilenstein auf unserem internationalen Wachstumskurs für Lkw und Busse.“ MAN hatte sich zuletzt darum bemüht, den Zuschlag für die Lieferung von Motoren für VW in Brasilien zu bekommen.

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