Nutzfahrzeughersteller
Daimler erfüllt Kamaz-Kooperation mit Leben

Daimler und sein russischer Parter Kamaz werden in Zukunft noch enger zusammenarbeiten. Nun soll es auch ein Gemeinschaftsunternehmen geben. Der weltgrößte Nutzfahrzeughersteller will gemeinsam mit Kamaz Lastwagen der Marke Mercedes bauen. Daimler hat mit dem Projekt große Pläne.

STUTTGART. Daimler treibt die Kooperation mit dem russischen Partner Kamaz voran. Für das erste gemeinsame Projekt unterzeichnete der weltgrößte Nutzfahrzeughersteller jetzt eine Absichtserklärung über ein Gemeinschaftsunternehmen mit Russlands größtem Lastwagenbauer. Ziel ist es, gemeinsam Mercedes-Benz-Lkws zu bauen und zu vertreiben. Die Planung sieht auch den Vertrieb von Bussen der Marken Mercedes-Benz und Setra vor, teilte Daimler mit. „Damit sind wir dem Ausbau unserer Präsenz auf dem russischen Markt erheblich näher gekommen“, erklärte Spartenchef Andreas Renschler. Angaben zur geplanten Investitionssumme wurden nicht genannt. Branchenkreise gehen davon aus, dass die endgültigen Verträge noch im November geschlossen werden.Fest steht, dass die Produktion in bereits bestehenden Hallen von Kamaz erfolgen wird.

Die japanische Lastwagen-Tochter Mitsubishi Fuso hatte bereits Anfang Juli mit Kamaz eine Absichtserklärung für Import, Produktion undVertrieb von Lastwagen in Russland unterschrieben. Der Abschluss dieser Transaktion ist für Ende Oktober geplant. Daimler hatte nach langen Verhandlungen von einer möglichen höheren Beteiligung an Kamaz Abstand genommen. Im vergangenen Dezember beteiligte sich Daimler dann mit zehn Prozent an Kamaz und legte dafür 250 Mio. Dollar auf den Tisch.

Mit dem Einstieg bei Kamaz versucht Daimler, die letzte verbliebene Lücke bei den vier wachstumsstarken BRIC-Staaten (Brasilien, Russland, Indien und China) zu schließen. Durch diese Länder soll künftig die bröckelnde Nachfrage in den westlichen Industriestaaten ausgeglichen werden. In Russland bedient der russische Konzern bisher nur das Luxussegment und muss für importierte Fahrzeuge hohe Zölle zahlen.

Der Weltmarktführer leidet wie die gesamte Branche unter einem massiven Nachfrageeinbruch. Daimler verkaufte im zweiten Quartal mit 54 100 Fahrzeugen 56 Prozent weniger Lkw. Der Umsatz sank im zweiten Quartal von 7,4 Mrd. auf 4,2 Mrd. Euro. Das Geschäftsfeld lag mit einem Verlust vor Steuern und Zinsen von 508 Mio. Euro deutlich unter dem Vorjahresgewinn von 608 Mio. Euro.

Martin-Werner Buchenau
Martin-W. Buchenau
Handelsblatt / Korrespondent
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