Nutzfahrzeugmarkt
Lkw-Geschäft befindet sich im freien Fall

Der Nutzfahrzeugmarkt steckt tief in der Krise. Im Februar sanken die Neuzulassungen in Deutschland um rund ein Drittel auf 16 940 Fahrzeuge. Noch schlimmer sieht es bei der Produktion aus. Die beiden großen deutschen Hersteller, MAN und Daimler, fahren ihre Produktion zurück – und plädieren für staatliche Anreize, etwa beim Kauf neuer Lkw.

dpa MÜNCHEN. In der Produktion betrug der Rückgang 66 Prozent auf 16 570 Einheiten, teilte der Verband der Automobilindustrie (VDA) am Donnerstag mit. „Wir haben es sicherlich mit dem stärksten Nachfrageeinbruch seit Jahrzehnten im Nutzfahrzeuggeschäft zu tun“, sagte der VDA-Präsident Matthias Wissmann laut Mitteilung. Der Export verzeichnete im Februar ein Minus von über zwei Drittel auf 11 000 Fahrzeuge. Die Auslandsorder für schwere Nutzfahrzeuge über sechs Tonnen gingen gar um 95 Prozent zurück. Aus dem Inland gingen 61 Prozent weniger Bestellungen ein.

Die Wirtschaftskrise trifft die Lkw-Hersteller nach fünf Boomjahren besonders hart. Einerseits geht das allgemeine Transportaufkommen zurück, andererseits erhalten die meist mittelständischen Speditionen von den Banken kaum noch Kredite.

Die beiden großen deutschen Hersteller, Daimler und MAN haben ihre Produktion bereits drastisch zurückgefahren. Der MAN-Konzern baut wegen der Absatzflaute an 42 Tagen im ersten Halbjahr keine Lastwagen. In den Werken München, Nürnberg und Salzgitter sind die Belegschaften seit Wochen auf Kurzarbeit gesetzt.Betroffen sind insgesamt rund 9 400 Mitarbeiter: Beschäftigte in der Lkw-Produktion und auch in zentralen Bereichen wie Einkauf, Logistik oder Verwaltung. Für das zweite Halbjahr hat MAN-Chef Hakan Samuelsson weitere Kurzarbeit nicht ausgeschlossen. Durch die Ausweitung der Kurzarbeiterregelung kann MAN bis Mitte 2010 seine Beschäftigten halten.

Ebenso wie MAN plädiert auch Daimler für staatliche Anreize. Die Stuttgarter drosseln ebenfalls die Produktion, kommen aber bislang ohne Kurzarbeit aus. Daimler-Nutzfahrzeugchef Andreas Renschler hatte sich am Wochenende für staatliche Fördergelder ausgesprochen, die Spediteuren den Kauf neuer Lkw erleichtern könnten. Renschler sprach sich zudem dafür aus, die geplante Mauterhöhung in Deutschland auszusetzen.

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