Oberklasse-Erfolg Tesla zeigt VW die Rücklichter

Für VW-Patriarch Piëch ist der Erfolg des US-Elektroautobauers Tesla ärgerlich: Was VW mit dem Phaeton nicht gelang, schaffen die Amerikaner spielend. Sie etablieren sich in der Oberklasse – und schielen nun auf China.
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Tesla-Mitgründer Elon Musk mit einem Model S: Das als Performance-Modell über 100.000 Euro teure Fahrzeug führt in vielerlei Hinsicht die deutsche Autoindustrie vor. Quelle: AFP

Tesla-Mitgründer Elon Musk mit einem Model S: Das als Performance-Modell über 100.000 Euro teure Fahrzeug führt in vielerlei Hinsicht die deutsche Autoindustrie vor.

(Foto: AFP)

DüsseldorfEigentlich sollte Tesla mit einem Absatz von 22.477 Fahrzeugen kein Konkurrent für den VW-Konzern sein, der pro Jahr fast zehn Millionen Autos verkauft. Selbstbewusst verteilte VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch noch auf dem Autosalon in Genf einen kleinen Seitenhieb in Richtung des kleinen Elektroautobauers. Er rechne nicht mit allzu großer Konkurrenz „solange die Batterien brennen“. Ein wenig ärgern dürfte sich Piëch aber doch, wenn er einen Blick auf die aktuellen Absatzzahlen des amerikanischen Elektroautoherstellers wirft.

Denn die 22.477 Fahrzeuge, die Tesla im Jahr 2013 verkauft hat, klingen wenig - doch sie werden komplett mit einem Modell eingefahren. Das Model S spielt damit in der Oberklasse schon in einer Liga, die VW mit dem Phaeton nie erreicht hat.

Piëch war es, der mit dem Phaeton auch die Kernmarke von VW in der Oberklasse etablieren wollte. Ein Vorhaben, das heute als gescheitert gelten kann. Gerade einmal 5.812 Phaeton wurden im vergangenen Jahr abgesetzt.

Auch mit anderen Spitzenmodellen aus dem VW-Konzern kann Tesla mittlerweile mithalten, zeigt eine Studie des CAR-Center Automotive Research der Uni Duisburg-Essen. Der Panamera von Porsche verkaufte sich etwa 24.789 Mal. „Gegenüber den klassischen Oberklasse-Herstellern hat Tesla eine Innovation, welche Premiumkäufer anspricht“, heißt es in der Studie.

Ein Blick in Teslas Model S
Tesla Model S 5
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Sieht so die Zukunft aus? Das Tesla Model S setzt neue Maßstäbe in Sachen Beschleunigung und Reichweite von batteriebetriebenen Elektroautos. Und die Limousine macht in der getesteten Performance-Variante (Grundpreis: 91.200 Euro, Standard mit geringerer Leistung und Reichweite ab 68.000 Euro) auch richtig Spaß. Handelsblatt Online ist intensiv Probe gefahren...

Tesla Model S 11
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Dezent und modern – die LED-Scheinwerfer und die schwarz abgesetzte Front fügen sich sehr gut ein in das zurückhaltend elegante Erscheinungsbild, das absolut in die europäische Oberklasse passt. Mit einer Breite von 2,19 Metern ist der Tesla allerdings breiter als jede S-Klasse.

Tesla Model S 14
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Besonders das Tesla-Logo ist bisher meist nur Autointeressierten bekannt. Benannt ist die Marke nach dem US-Physiker Nikola Tesla. Dieser hatte einst das Gleichstromsystem von Thomas Edison durch ein effektiveres Wechselstromsystem ersetzt.

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Die Kofferraumklappe fällt relativ groß aus. Mit einer Länge von 4,97 Metern und einem Radstand von 2,96 Metern liegt der Tesla souverän auf der Straße.

Tesla Model S 16
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Schon die Türen im Tesla sind einzigartig. Die Türgriffe versinken während der Fahrt und im Parkmodus in der Tür - und sorgen so für einen besonders niedrigen Luftwiderstand. Nähert man sich dem Auto, fahren sie automatisch wieder aus. Allerdings haben sie keine Sensoren und können beim automatischen Einfahren auch die Finger einklemmen - das sind halt Kinderkrankheiten der ersten Model S-Generation.

Tesla Model S 17
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Standardmäßig fährt das Model S auf 19-Zoll-Felgen mit Goodyear-Bereifung. Gegen 4.600 Euro Aufpreis sind wie beim Testwagen auch 21-Zoll-Felgen in Silber und grau erhältlich, die mit zwei Zentimeter breiteren Michelin-Sportreifen bezogen werden.

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Anders als in den USA verfügen die europäischen Teslas über einen Typ 2 Anschluss, der mit den meisten öffentlichen Ladestationen kompatibel ist. Darüber hinaus kann der Tesla an jeder haushaltsüblichen Steckdose geladen werden - allerdings deutlich langsamer.

Denn das Model S ist komplett elektrisch angetrieben und kommt - im Gegensatz zur Konkurrenz - auf eine Reichweite von bis zu 500 Kilometern. Im ersten kompletten Absatzjahr hat es Tesla damit in den USA sogar zum Marktführer in der Oberklasse gebracht. Dort wurden vom Model S 16.150 Exemplare verkauft.

Die deutsche Konkurrenz konnte man damit auf die Plätze verweisen. Von der Mercedes S-Klasse wurden in den USA 13.303 Stück verkauft, dahinter kommt der BMW 7er (10.932 verkaufte Fahrzeuge) und der Audi A8 (5.421 verkaufte Fahrzeuge). Begünstigt werden die guten Absatzzahlen in den USA natürlich durch die dortigen Kaufprämien für Elektroautos.

In Norwegen schafft es das Model S von Tesla mit einem Marktanteil von 4,6 Prozent in der Zulassungsstatistik sogar auf Platz zwei hinter dem VW Golf. Allein im ersten Quartal wurden dort 2.227 Exemplare vom Tesla Model S verkauft - der Audi A3, immerhin ein Kompaktmodell, kommt im selben Zeitraum gerade einmal auf 756 Verkäufe. Auch hier lockt staatliche Förderung und eine ausgebaute Infrastruktur für Elektroautos die Käufer.

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19 Kommentare zu "Oberklasse-Erfolg: Tesla zeigt VW die Rücklichter"

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  • Waaas, der Elektromotor bremst und lädt die Batterie? Das ist ja das Perpetuum Mobile. Dann ist die Reichweite ja unendlich. Und dann ist der Strom in der Schweiz auch noch kostenlos! Ja dann will ich auch Elektromobil fahren!
    Aber wozu brauch ich überhaupt noch Strom, wenn die Batterie doch schon durch den Elektromotor aufgeladen wurde?

  • Das erste mal durfte ich dieses tolle Elektroauto selber fahren. Es ist ein fantastisches Gefühl ohne störenden Motorenlärm dahin zu gleiten. Von 0-210km/h ohne schalten und bremsen muss man auch selten, weil der Elektromotor dies übernimmt und gleichzeitig die Batterie lädt.
    Beim beschleunigen drückt es einem gewaltig in die Sitze. Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in 4,4 s !!! 420 PS bei einem Gesamtgewicht von 2,2 t. An der Steckdose zuhause dauert es 8 Stunden bis die Batterie vollständig geladen ist = 500 Km Reichweite. Stromkosten 15 Franken. Bei einer 2x16 Ampere Ladestation stehen die 500 km in 4 h bereit und die Stromkosten sind oft gratis!

  • @joerg_duerre:
    Ach du liebe Zeit. Da verzichte ich doch lieber auf ihr BHKW und dessen Wirkungsgrad, und den des Leitungsnetzes, Transformators usw. und kippe das gute Pflanzenöl direkt in meinen Diesel. Bloss schade für Sie, daß Sie dann nicht mitkassieren können.

  • @Marc_Hofmann
    Ihre Kommentare haben wie gewohnt eine ganz spezielle Qualität. Da sie mich aber direkt ansprechen:

    Ich betreibe Pflanzenöl Blockheizkraftwerke. Das ist Bioenergie, ob das besonders Öko ist lasse ich jetzt mal dahingestellt - solche Diskussionen arten gern aus. Ziel von mir war immer der Einsatz dieser Biomasse als positive Regelleistung.

    Ganz sicher ist, dass Pflanzenöl bei jeder Bewölkung, Schneefall und Regen in einem Dieselmotor zu verbrennen ist. Schauen sie bitte einfach in ihren Kühlschrank. Auch im dunkeln ist Rapsöl noch da.
    Am Kühlschrank sehen sie auch, dass Rapsöl speicherbar ist. Rapsöl hat ca. 10 Kilowattstunden Energie pro Liter. Rechnen sie einfach mal nach, wieviele Liter Rapsöl für einen Tag der gesamten Deutschen Stromerzeugung nötig wäre.
    Ihnen ist hoffentlich klar, dass sie ständig Ingenieure beleidigen - die können das Unmögliche nämlich.
    Ihre fossilen Kraftwerke hingegen sind von einem so lächerlichen Sicherheitsniveau, dass mit einer handvoll Pioniere ganz Europa ausgeknipst werden könnte. Die Versorgungssicherheit mit Großkraftwerken ist nur eigebildet, weil es eben bis jetzt gut gegangen ist.

  • @Joerg_Duerre
    Es gibt KEINEN ÖKO-Strom!
    Strom ist entweder verfügbar oder nicht. Und mit den Launen der Natur (Wind,Sonne,Faulgas) ist der Strom jedenfalls nicht zuverlässig verfügbar. Bei jeder Bewölkung, in jeder Nacht, bei Schneefall und Regen, bei Sturm und bei Flaute gibt es in eueren 100% Öko-StromVersorgungsnetz einen Netzzusammenbruch mit Schaden an Leib, Seele und Geldbeutel.
    Ohne fossile Energie geht unsere soziale Wohlstandsgesellschaft unter. Dann gibt es weder E-Autos, noch Windmühlen bzw. Solarparks oder Faulgasbehälter. Der Strom ist dann einfach nicht da! Selbst Speicher können hier keine Abhilfe schaffen, da Speicher keine Erzeuger sind und auch von den Launen der Natur (Wind,Sonne,Faulgas) abhängig sind.

  • Eine Testfahrt ist eine sehr gute Idee.
    Selbst ausprobieren hat den größten Lerneffekt.

    Mich ärgert weiterhin die von der EU die Tage zu beschließende Biokraftstoffregelung. Wir verschwenden den Acker für Biosprit obwohl mit einem Hundertstel der Fläche mit Photovoltaik die gleiche Strecke gefahren werden kann.
    Das ist idiotische Klientelpolitik, die die hiesige Autoindustrie mit ihren großen Flüssibbrennstoffmotoren in Sicherheit wiegt, bis sie ganz plötzlich so tot ist wie die fossilen Stromkonzerne.
    Fahren mit Ökostrom ist im Vergleich zu Mineralöl einfach spottbillig. Kann man blöd finden, ändert aber nichts daran.

  • Daimler hatte die Zeichen der Zeit bereits früh erkannt und sich einen relativ großen Anteil an Tesla gesichert. Ähnlich innovativ war FISKER und hatte das erste Premium-E-Modell weltweit am Start, ging dann allerdings Pleite. Das wäre ein idealer Zeitpunkt für VW gewesen sich deren Knowhow zu sichern.
    Das hat jetzt die chinesische WANXIANG gemacht und sichert sich die Technologie für eine Expansion in dem weltweit sicher stärksten Markt und zukünftig umsatzstärksten Markt - China.
    Man könnte bei VW natürlich versuchen mit den Chinesen ins Geschäft zu kommen oder aber weiter einige Flops der Art Audi R8 e-tron hinzulegen. Denn richtig forciert wird das E-Mobilitätsthema bei VW offensichtlich nicht. Beispiel Audi A3 e-tron. Diesen werden, wenn er denn auf den Markt kommt, nur sehr wenige Händler (man hört von ca. 130) in den Showräumen haben insbesondere in Ballungszentren. Andere auch große Händler in der Fläche dürfen anfangs gar nicht mitspielen und scheuen wohl auch die Investitionen in Werkstattinfrastruktur, Mitarbeiterqualifizierung usw.

  • Und was ist, wenn nach 2 Jahren der teure Akkusatz ausgetauscht werden muss? (Garantie abgelaufen?) Wer bezahlt den? Und warum wird nicht berücksichtigt, daß der SYSTEM-Wirkungsgrad von einem Elektrofahrzeug gerade mal 30% beträgt (noch haben wir ja nicht alle unser eigenes Okö-Kraftwerk zu hause, gell?). Ich gehe trotzdem mal einen Tesla probefahren. Ich bin sicher, die 500 km Reichweite sind reine Propaganda.

  • Hybird ist unnötiger Ballast im Auto. Weiterhin benötigt eine Hybrid Auto ein mehr an Technik und damit ist dieses Auto nicht mehr selbst vom Besitzer zu warten. Wartung und Instanhaltungskosten sind sehr hoch. Und die Elektrik ist bei extrmer Hitze oder extremer Kält sehr anfällig.
    Unterm Strich ist Hybrid nur etwas für Menschen, die sich diesen Luxus leisten wollen. Für alle anderen tut es genauso gut ein Dacia oder Lada.

  • Toyota hat es vor gemacht und gerade auch in der Langstreckenmeisterschaft die Nase vorn (vor Audi und Porsche). Und auch die Anfälligkeiten (durch mangelnde Erfahrung verursacht) sind nur eine Frage der Zeit diese abzustellen. Hybrid ist schon deswegen logisch da es mehrere Bereiche abdeckt und zudem Energie spart. In der Stadt, wo die Luftverschmutzung das größte Problem ist und keine großen Reichweiten erforderlich sind, rein elektrisch. Auf langen Reisen mit Benzinmotor (Infrastruktur überall vorhanden). Zudem Energierückgewinnung bei Schubbetrieb und Bremsen (daher keine großen und schweren Batterien mehr nötig). Angenehmer Nebeneffekt des Elektromotors beim Anfahren (wo der Benzinmotor am meisten verbraucht) ist auch noch sein nicht zu überbietender Drehmoment.

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