Oberklasse-Hersteller in China
Die deutsche Sucht nach Wachstum

Während das Auto-Geschäft in Europa lahmt, boomt es in China. Die deutschen Oberklasse-Hersteller haben fantastische Wachstumsjahre hinter sich. Doch die Zuwächse machen Audi, BMW und Daimler auch Schwierigkeiten.
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DüsseldorfOpiumhöhlen, Spielkasinos, Bordelle: Das Shanghai des beginnenden 20. Jahrhunderts war geprägt durch Sucht, Kriminalität und Prostitution. Shanghai, ein Sündenpfuhl. Gut 100 Jahre später hat sich Shanghai zur Industriestadt und Wirtschaftsmetropole des chinesischen Riesenreichs gewandelt. Doch seitdem deutsche Automanager zur Messe angereist sind, die am Sonntag eröffnet wurde, herrscht wieder die Sucht – nicht die nach Opium, sondern die nach Wachstum. Shanghai, ein Wachstumspool.

Denn in China werden den Autobauern ihre Wagen aus den Händen gerissen. Gerade einmal 614.000 Autos wurden im Reich der Mitte im Jahr 2000 verkauft, im vergangenen Jahr waren es schon mehr als zwanzig Mal so viele. In Europa dagegen läuft das Geschäft immer schlechter. In den ersten drei Monaten des Jahres wurden nach Zahlen des Branchenverbandes VDA nur noch knapp 3,1 Millionen Autos verkauft, ein Minus von 9,7 Prozent. In China waren es von Januar bis März mehr als 3,9 Millionen. Um rund ein Viertel wuchs der dort Markt zuletzt – jährlich. Noch höher waren die Zuwächse im Premiumsegment.

Das ist der Grund, warum die deutschen Oberklasse-Hersteller in Shanghai beseelt übers Messeparkett schlendern. Audi, BMW, Daimler und Porsche teilen den Markt für Luxuskarossen derzeit fast unter sich allein auf und kommen auf einen Marktanteil von rund 80 Prozent. Doch von Träumereien haben sich auch die deutschen Premiumbauer verabschiedet. Denn das Turbo-Wachstum der vergangenen Jahre bringt auch Probleme mit sich. Es gilt, die Marktanteile in China zu verteidigen.

Noch dazu ebbt das Wachstum ab. Die Branche rechnet in diesem Jahr mit einem Plus im Premiumsegment von lediglich zehn Prozent bis 15 Prozent. „Der Oberklassemarkt schwächt sich schon seit der zweiten Jahreshälfte 2012 ab und ist nicht mehr so heiß wie vorher“, sagt Automobilexperte Jia Xinguang von China Auto Industry Consulting. Auch BMW-China-Chef Karsten Engel rechnet mit einem höheren einstelligen oder niedrigen zweistelligem Wachstum im Markt. Doch: „Wir wollen schneller wachsen“, betont Engel.

Ausgerechnet bei den Münchnern bremsen derzeit aber Lieferengpässe das Wachstum. Die begehrten Geländelimousinen der X-Klasse sind knapp. „Ich bin mir sicher, wenn wir mehr X-Modelle hätten, könnten wir auch mehr Kunden finden“, sagte BMW-Vertriebschef Ian Robertson. Dabei verkaufte der Autobauer im vergangenen Jahr bereits 326.000 Autos in China – ein Plus von mehr als 40 Prozent.

Um das Wachstum hoch zu halten und keine Marktanteile zu verlieren, setzen die deutschen Premiumhersteller auf eine ganze Reihe von Maßnahmen. Die Werke in der Volksrepublik werden ausgebaut oder neue Fabriken gebaut. BMW will die Produktionskapazität mittelfristig von 200.000 auf 300.000 Wagen steigern.

Audi-Chef Rupert Stadler spricht von einem neuen Werk in zwei bis drei Jahren. Audi werde die Produktionskapazität auf rund 700.000 Fahrzeuge ausbauen, sagt Stadler. Der Mutterkonzern Volkswagen will bis 2018 insgesamt sieben Fabriken in China bauen. Nur bei Daimler gibt es derzeit keine konkreten Pläne zum Ausbau der Kapazität. Insgesamt dürften die drei deutschen Premiumhersteller die Produktion bis 2020 auf rund 1,15 Millionen Stück verdoppeln, schätzt die Unternehmensberatung Pricewaterhouse-Coopers.

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  • Alles schön und gut,aber was ist mit den sog.Schattenbanken in China? Laut IWF haben diese ein bedrohliches Ausmaß in China erreicht.

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