Occidental übernimmt den Konkurrenten Vintage
Unter den Ölkonzernen wütet das Fusionsfieber

In der Ölbranche kommt es erneut zu einer Fusion. Der viertgrößte Ölproduzent der USA, Occidental Petroleum, übernimmt für 3,5 Mrd. Dollar den kleineren Konkurrenten Vintage Petroleum. Damit steigt das Volumen der Fusionen und Übernahmen im Energiesektor in diesem Jahr auf mehr als 100 Mrd. Dollar.

Bloomberg NEW YORK. Occidental zaht 20 Dollar und 0,42 eigene Aktien für jede Vintage-Aktie. Das Angebot bewertet Vintage mit 51,49 Dollar je Aktie, 33 Prozent über dem Schlusskurs vom Donnerstag. Occidental übernimmt zudem 225 Mill. Dollar an Verbindlichkeiten von Vintage. Außerdem will das Unternehmen als Teil der Transaktion etwa neun Mill. eigene Aktien zurückkaufen.

Occidental will die Übernahme und den Aktienrückkauf mit Barmitteln von 1,7 Mrd. Dollar und den Einnahmen aus dem vierten Quartal finanzieren. Der Zukauf werde sich sofort im Gewinn und Cashflow niederschlagen, hieß es aus dem Unternehmen. Im ersten Quartal 2006 soll die Fusion abgeschlossen sein.

„Durch die Übernahme von Vintage können wir unsere wichtigsten Gebiete in Kalifornien, dem Mittlere Osten und Lateinamerika, ausbauen", sagte Occidental-Chef Ray Irani. "Wir hoffen, die Produktion von Vintage in Argentinien in den nächsten fünf Jahren verdoppeln zu können." Dort fördert Vintage fast die Hälfte seines Öls von zuletzt 76 000 Barrel pro Tag. Außerdem besitzt Vintage bedeutende Ölquellen in Bolivien, Jemen und Kalifornien, wo Ray Irani "in den nächsten paar Jahren" die Förderung um 20 Prozent steigern möchte. Insgesamt verfügt Vintage über Reserven von 437,2 Millionen Barrel, 68 Prozent Öl und der Rest Erdgas.

Für Vintage hätte die Übernahme zu keinem besseren Zeitpunkt kommen können, sagt Subash Chandra, Analyst bei Morgan Keegan & Co. in New York. Das Angebot von Occidental dürfte den Kurs auf ein neues Allzeithoch treiben. Für Chandra ist die Übernahme ein Indiz für anhaltend hohe Ölpreise, auch wenn es für das schwarze Gold in letzter Zeit abwärts gegangen sei und die Aktienkurse der Öl- und Gas-Produzenten zwei Wochen in Folge gefallen sind. Occidental büßte wie die übrigen 28 Mitglieder im S&P 500 Energy Index seit Anfang des Monats zehn Prozent ein. Seit Jahresbeginn hat der Branchenindex aber mehr als 60 Prozent zugelegt, parallel dazu verdoppelte sich der Ölpreis an der New Yorker Börse.

Seit 2001 gab es im Energiesektor nicht mehr eine solche Übernahmewelle. Letzte Woche kündigte Chesapeake Energy den Kauf von Columbia Natural Resources für 2,2 Mrd. Dollar an. Bereits im August hatte China National Petroleum erklärt, PetroKazakhstan für 4,18 Mrd. Dollar zu übernehmen. Im gleichen Monat schloss Chevron den Zukauf von Unocal für 17,8 Mrd. Dollar ab.

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