Öffentliche Unternehmen mögliche Partner
Tchibo verbündet sich für Beiersdorf-Mehrheit

Die Tchibo-Holding schmiedet wohl ein Dreierbündnis, um die Hamburger Beiersdorf AG zu übernehmen. Der Hamburger Senat bereitet nach Angaben aus Industriekreisen trotz eines offiziellen Dementis eine Beteiligung von öffentlichen Unternehmen an einer Übernahme des Kosmetikherstellers Beiersdorf durch Tchibo vor.

HB HAMBURG. Unter Führung des bisherigen Beiersdorf-Anteilseigners Tchibo werde derzeit an einem Konsortium gearbeitet, dem seitens der öffentlichen Hand die Landesbank HSH Nordbank oder eine andere staatliche Gesellschaft angehören sollen, hieß es am Montag aus Hamburger Industriekreisen. „Der Hamburger Senat arbeitet an einer Lösung, die EU-konform ist“, hieß es in den Kreisen. Das Hamburger Konsortium werde in Kürze ein Angebot für den 43-prozentigen Anteil des Allfinanzkonzerns Allianz an Beiersdorf abgeben. Dem Konsortium könnte neben der Gründerfamilie des Kosmetikkonzerns, Claussen, auch Beiersdorf selbst angehören, um im Rahmen eines Aktienrückkaufs ein kleineres Paket zu übernehmen.

Tchibo benötigt nur 20 %, um die Mehrheit an dem Unternehmen zu erwerben, zum Verkauf stehen aber 44 %. Die Investoren wollen die Anteile nicht langfristig behalten, sondern nach einiger Zeit mit Gewinn über die Börse verkaufen.

Der Hamburger Senat hat offiziell sein Interesse bekräftigt, dass der Nivea-Hersteller Beiersdorf als eigenständiges und börsennotiertes Unternehmen mit Sitz in Hamburg erhalten bleibt. Die Senatoren Gunnar Uldall (Wirtschaft) und Wolfgang Peiner (Finanzen) führten daher Gespräche mit Unternehmen und Investoren aus Hamburg, die dieses Ziel in gleicher Weise verfolgen, teilte der Senat am Montag in der Hansestadt mit. Der Senat werde alles im Rahmen des ihm Möglichen unternehmen, um das Ziel zu erreichen.

Uldall und Peiner reagierten damit auf eine Meldung des „Wall Street Journal“, nach der die Stadt mit einer Milliarde Euro oder mehr das Angebot des Kaffeerösters Tchibo unterstützen wolle, von der Allianz Beiersdorf-Anteile zu übernehmen. Das Münchner Versicherungsunternehmen will sich von knapp 44 % der Beiersdorf-Aktien mit einem Marktwert von rund vier Mrd. € trennen. Neben Tchibo ist auch der US-Konzern Procter & Gamble an der Weltmarke Nivea interessiert. Tchibo hält jedoch bereits 30 % und kann so einen neuen Mehrheitsaktionär behindern.

Der „Nivea“-Hersteller Beiersdorf gilt seit längerem als Übernahmekandidat. Das Unternehmen macht weltweit einen Jahresumsatz von fast fünf Mrd. € und erzielte zuletzt einen Reingewinn von knapp 300 Mill. €. Die im MDax notierte Beiersdorf-Aktie legte am Montag um 1,35 % auf 109,70 € zu.

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