Öko-Generation
Genuss ohne Reue liegt im Trend

Immer mehr Menschen in Deutschland kaufen gesunde Lebensmittel, ohne dabei auf die angenehmen Seiten des Lebens zu verzichten. Durch ihren Konsum wollen die so genannten „Lohas“, kurz für „Lifestyle of Health and Sustainability“, umweltfreundliche Unternehmen und faire Arbeitsbedingungen unterstützen. Chancen und Grenzen einer neuen Öko-Generation.

DÜSSELDORF. Kann ich in Arosa CO2-neutral Skifahren? Wie ist die Unternehmensethik von Champagnerhäusern zu bewerten? Wie umweltfreundlich ist Sarotti-Schokolade? Mit solchen Fragen beschäftigen sich die Mitglieder von » Utopia.de, einer Onlineplattform für „strategischen Konsum“. Im vergangenen November ging das Internetportal an den Start, inzwischen haben sich bereits mehr als 10 000 Nutzer registriert. Ihr erklärtes Ziel: Genießen und dabei die Welt verbessern.

Mit dieser Absicht steht » Utopia.de keineswegs alleine da: Immer mehr Menschen in Deutschland wollen gezielt nachhaltige und gesunde Produkte kaufen – ohne dabei auf die angenehmen Seiten des Lebens zu verzichten. Viele Unternehmen haben das erkannt und bringen immer mehr Produkte auf den Markt, die die Bedürfnisse dieser neuen Generation der Ökos befriedigt. Was man sich mit gutem Gewissen alles kaufen kann, zeigen beispielsweise die 2 600 Aussteller der Messe Biofach vom 21. bis zum 24. Februar in Nürnberg. Von Naturkosmetik bis Bio-Lebensmittel gibt es hier alles, was das Lohas-Herz begehrt. „Lohas“ steht für „Lifestyle of Health and Sustainability“ und ist bereits ein Synonym für die neuen Grünen.

Durch ihren Konsum wollen die Lohas umweltfreundliche Unternehmen und faire Arbeitsbedingungen unterstützen – und gleichzeitig Unternehmen abstrafen, die nicht auf Nachhaltigkeit achten. „Kein erfolgreiches Unternehmen sollte es sich mehr leisten können auf Nachhaltigkeits-Aspekte zu verzichten“, sagt Gregor Wöltje, Aufsichtsrat der Utopia AG.

Eine Studie der Hubert Burda Media Research & Development zählt derzeit 5,6 Prozent der Deutschen zu den Lohas, das entspricht rund 3,67 Mill. Menschen. Andere Schätzungen gehen bereits von 15 Prozent aus. Peter Hecheltjen, Volkswirtschaftsprofessor an der Universität Trier, hält es durchaus für realistisch, dass sie die Unternehmen so weit unter Druck setzten können, dass diese ihre Produktionsweisen und ihr Angebot dauerhaft verändern: Wenn die heutigen Lohas älter werden und ihren Kindern und Enkelkindern die gleichen Wertvorstellungen vermitteln, gewinnt diese Bewegung weiter an Bedeutung. „Das wird auch Reaktionen auf Anbieterseite hervorrufen, es handelt sich hier um einen einfachen volkswirtschaftlichen Prozess“, zeigt sich Hecheltjen überzeugt.

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