Ökonomie und Ökologie
Dax-Konzerne pochen auf Klimaschutz

Vier deutsche Großkonzerne - die Allianz, BASF, Bayer und die Münchener Rück - haben die Erklärung des "Global Roundtable on Climate Change" unterzeichnet. Mit ihrem Engagement für den Klimaschutz verfolgen die Unternehmen aber nicht nur ökologische Ziele. Auch das Geschäft behalten sie dabei im Hinterkopf.

lee / tak / ebe NEW YORK / DÜSSELDORF. Engagement für den Klimaschutz habe für Bayer "höchste Bedeutung", sagte Wolfgang Plischke, der im Vorstand für Innovation, Technologie und Umwelt verantwortlich ist. Die Chemieproduktion von BASF und Bayer zählt zu den Industriezweigen mit einem besonders hohen Energieverbrauch.

Ökonomie und Ökologie bedeute nicht zwangsläufig einen Widerspruch, heißt es bei BASF. Mit der Verbundstrategie, die darauf abzielt, jedes Nebenprodukt aus chemischen Prozessen weiter zu verarbeiten, verfolge der Konzern seit Jahrzehnten ein Modell, das Umweltschäden minimiere und gleichzeitig kostengünstig sei.

Der gegenwärtige Boom der Klimaschutz-Initiativen wird von Bayer durchaus kritisch gesehen. "Nicht alle verfolgen den richtigen Ansatz", sagte ein Konzernsprecher. Im Klartext: Bayer will sich nicht zum Buhmann der Umweltaktivisten machen lassen. "Der Global Round Table hat unsere Experten überzeugt, weil er unvoreingenommen an das Thema herangeht", sagte der Bayer-Sprecher. Das Forum ziele nicht nur darauf ab, gesetzliche Restriktionen zu fordern, sondern auch das Potenzial technischer Innovationen auszuschöpfen. Bayer engagiert sich darüber hinaus an der von der Industrie ins Leben gerufenen 3-C-Initiative ("Combatting Climate Change") sowie an Gesprächsrunden im Rahmen der G8.

Von ihrem Öko-Engagement wollen die Chemiekonzerne sowohl operativ als auch am Kapitalmarkt profitieren. "Wenn wir in beratender Funktion die politischen Rahmenbedingungen mitgestalten können, wird uns das operativ nutzen", heißt es bei Bayer. Darüber hinaus dürfte der Konzern darauf spekulieren, dass sich das Engagement positiv auf das Image auswirkt, das nach den Skandalen um das Medikament Lipobay und illegal exportierten Gen-Reis Pflege gebrauchen kann. Darüber hinaus spielen handfeste finanzielle Motive eine Rolle. "Das Thema ethische Anlage ist vom Nischen- zum Mainstream-Thema geworden", sagte der Bayer-Sprecher.

Die Lufthansa hält sich in Bezug auf den Klimaschutz noch zurück. Unterzeichner der jüngsten Initiative ist der Kranich-Konzern nicht. Man prüfe die Unterstützung von Initiativen, die sich dem Klimaschutz widmen. "Eine Entscheidung ist noch nicht gefallen", sagte eine Sprecherin. Bislang konzentriere sich der Konzern auf die Förderung von Forschungsprojekten der EU sowie auf die Modernisierung der Flugzeugflotte. So sei es gelungen, das Verkehrswachstum seit 1991 kontinuierlich von Umwelteffekten zu entkoppeln. Während sich die Transportleistung um über 218 Prozent erhöhte, stieg der Kerosinverbrauch um 116 Prozent. Der Brisanz des Themas ist man sich in Frankfurt bewusst. "Der Klimawandel ist eine der ganz großen Herausforderungen für die Luftfahrt, auch über die Dekade hinaus", sagte Aufsichtsratschef Jürgen Weber kürzlich auf einer Luftfahrt-Konferenz in Hamburg.

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