Öl- und Gasförderung: Exxon-Chef will kein Fracking vor seiner Ranch

Öl- und Gasförderung
Exxon-Chef will kein Fracking vor seiner Ranch

Rex Tillerson gilt als glühender Fracking-Anhänger. Gegen den Bau eines Wasserturms, der für die umstrittene Gasfördermethode benötig wird, wehrt sich der Exxon-Chef aber vehement – denn sein Anwesen liegt um die Ecke.
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DüsseldorfAls Vorstandsvorsitzender des größten Ölkonzerns der USA ist Rex Tillerson so etwas wie der Cheflobbyist für Fracking. Unter seiner Führung übernahm Exxon-Mobil Ende 2009 für 25 Millionen Dollar das Erdgasunternehmen XTO Energy, das auf die Förderung von unkonventionellen Rohstoffvorkommen spezialisiert ist. Kaum ein anderer Manager hat derart laut für die umstrittene Gasfördermethode getrommelt wie Tillerson.

Der 61-Jährige gilt als Paradefeindbild der amerikanischen Umweltbewegung. Wiederholt kritisierte er Initiativen, die für schärfere Regeln beim Fracking werben. Doch ausgerechnet seinen größten politischen Gegnern, dürfte Tillerson jetzt ungewollt in die Hände spielen. Nach Angaben des „Wall Street Journal“ geht er zusammen mit weiteren Anwohnern der Kleinstadt Bartonville gerichtlich gegen den Bau eines fast 160 Meter hohen Wasserturms vor.

Tillerson und seine Frau besitzen in dem wohlhabenden Vorort der texanischen Ölmetropole Dallas eine 33 Hektar große Pferderanch sowie ein etwa 73.000 Quadratmeter großes Grundstück. Durch die geplante Errichtung des Wasserspeichers befürchten sie jetzt, dass ihr fünf Millionen Dollar schweres Anwesen an Wert verliert.

Beim Fracking wird ein Gemisch aus Wasser, Sand und Chemikalien in den Untergrund gepresst, um Öl und Gas aus Schiefergestein zu gewinnen. Umweltschützer warnen, dass bei dem Vorgang das Grundwasser verseucht werden könnte.

Laut der Klageschrift soll der Wasserturm auch dazu dienen, Öl- und Gasunternehmen mit Wasser zu versorgen, das beim Fracking eingesetzt wird. Tonnenschwere Laster würden dann ständig bei dem Speicher vorfahren, um große Mengen Wasser abzuladen. „Lärmbelästigung und Verkehrsgefahren“ wären die Folge. Und das direkt vor der Haustür von Exxon-Mobil-Chef Tillerson.

In sozialen Netzwerken wird über die Doppelmoral des Top-Managers gespottet. Mittlerweile kursiert eine Online-Petition: Die Initiatoren fordern Tillerson darin auf, dass er Fracking nicht nur in der Nähe seines Anwesens bekämpft, sondern überall auf der Welt.

Unter den Gegner des Wasserturms findet sich übrigens noch ein weiterer überraschender Name: Dick Armey. Der ehemalige republikanische Kongressabgeordnete stand bislang auch nicht gerade im Verdacht, sich für Umweltbelange besonders zu engagieren. Aber wenn es ums eigene Wohlbefinden geht, wird offenbar selbst ein stramm konservativer Ökonom zum Widerstandskämpfer.

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  • "Laut der Klageschrift soll der Wasserturm auch dazu dienen, Öl- und Gasunternehmen mit Wasser zu versorgen, das beim Fracking eingesetzt wird."
    Möglicherweise können die US-Amerikaner den Fall besser einschätzen, als die schwarz-geld-verseuchte Propaganda hierzulande. Der Herr wehrt sich gegen Anlagen für Fracking notwendig sind, und andernorts von ihm durchgesetzt werden.
    Verlogene reiche Brut!

  • Die Überschrift ist absolut fehlleitend, was soll das?

  • Wieder so eine plumpe Grüne Propaganda. Es ist doch an den Haaren herangezogen, dass der wahrscheinlich hässliche Wasserturm AUCH für Fracking genutzt wird und somit eine Doppelmoral vorhanden ist. Mit der gleichen Argumentation müsste jeder Logistik-Unternehmer sein Haus an einer Hauptverkehrsstraße bauen.

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