Öl- und Gasförderung
RWE Dea trennt sich von Lizenzen

Der Lizenz-Verkauf wurde auf der Jahrespressekonferenz von RWE Dea bekannt gegeben. Trotzdem soll das Ergebnis im laufenden Jahr gesteigert werden, bis 2014 auf 40 Millionen Barrel Öläquivalente pro Jahr.
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Der Energiekonzern RWE will sich im Zuge seines milliardenschweren Verkaufsprogramms auch von Lizenzen seiner Öl- und Gasfördertochter Dea trennen. Es handele sich um Rechte an Offshore-Anlagen in Ägypten, sagte Vorstandschef Thomas Rappuhn am Dienstag bei der Präsentation der Bilanz 2011 in Hamburg. Die Förderlizenzen sollen demnach aber nicht komplett veräußert werden. Ihren Wert bezifferte er nicht. Trotz der geplanten Verkäufe sollen Herstellung und Ergebnis auch im laufenden Jahr steigen. „Die Produktion 2012 wird über der Vorjahreshöhe liegen und dann kräftig anziehen“, sagte Rappuhn.

Für das verhaltene Wachstum im laufenden Jahr machte er Lieferverzögerungen bei Bohranlagen in Großbritannien verantwortlich. Der geplante Lizenzverkauf sei nicht der Grund. Auch im laufenden Jahr wolle Dea das betriebliche Ergebnis „erheblich steigern“. 2011 war der Betriebsgewinn dank der höheren Erdöl- und Erdgaspreise und einer gestiegenen Produktion um 83 Prozent auf 558 Millionen Euro gesprungen. Bis zum Jahr 2014 will Dea die Gas- und Ölförderung auf über 40 Millionen Barrel Öläquivalente ausbauen.

Das Betriebsergebnis soll dann bei rund 800 Millionen Euro liegen. Mittelfristig soll sich die jährliche Produktion auf 70 Millionen Barrel Öläquivalente verdoppeln. Dieses ursprünglich bereits für 2016 angepeilte Ziel werde wegen des laufenden Verkaufsprogramms voraussichtlich erst Ende des Jahrzehnts erreicht, sagte Rappuhn. RWE will bis Ende 2013 Werte von insgesamt sieben Milliarden Euro abstoßen, davon sind anderthalb Milliarden bereits erreicht.

Von seinen ursprünglichen Überlegungen, auch Dea abzugeben, hat sich das Management unlängst verabschiedet. Nach der Atomwende sind dem Konzern die Gewinne weggebrochen. Allein der beschleunigte Atomausstieg und die Brennelementesteuer belasteten im vergangenen Jahr das betriebliche Ergebnis mit 1,3 Milliarden Euro. Deshalb will der Essener Energieriese Beteiligungen versilbern.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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