Öl- und Gaskonzern
OMV stellt sich auf härtere Zeiten ein

Obwohl der österreichische Öl- und Gaskonzern OMV einen Gewinnsprung erlebte, stellt er sich nun auf schwierige Zeiten ein. Nach den hohen Ständen im Frühjahr dürften die Renditen im Raffineriegeschäft wieder sinken.
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WienDer österreichische Öl- und Gaskonzern OMV stellt sich nach einem Gewinnsprung im zweiten Quartal auf schwierigere Zeiten ein. Die Renditen im Raffinerie- und Petrochemiegeschäft dürften nach den hohen Ständen im Frühjahr wieder sinken, erklärte die OMV am Mittwoch. Auch im Tankstellengeschäft schmälere der historisch hohe Ölpreis gepaart mit einem niedrigen Wirtschaftswachstum die Einnahmen. Bei der Gastochter EconGas erwarte die OMV durch den anhaltenden Preisdruck zudem ein schwächeres Ergebnis.

Im zweiten Quartal war davon aber noch nicht viel zu spüren: Der Konzern, der neben Österreich und Deutschland vor allem in Rumänien und der Türkei aktiv ist, steigerte das um Lagereffekte bereinigte Betriebsergebnis (Clean CCS Ebit) um 82 Prozent auf 865 Millionen Euro. Das ist deutlich mehr, als von Analysten erwartet hatten. Zugute kam dem Konzern dabei das Wiederanlaufen der Produktion in Libyen nach dem Bürgerkrieg sowie eine Erholung im von Überkapazitäten geprägten Raffineriegeschäft.

Im Vergleich zu deutlich größeren Konkurrenten schnitt die OMV damit gut ab: Der Ölkonzern Exxon Mobil hatte im zweiten Quartal mit einer sinkenden Produktion zu kämpfen - obwohl das Unternehmen soviel wie nie zuvor in die Erschließung neuer Quellen investiert. Die Nummer zwei der Branche, die niederländisch-britische Royal Dutch Shell, verzeichnete wegen geringerer Öl- und Gaspreise ein Gewinnminus vor Sonderposten von knapp 14 Prozent auf 5,7 Milliarden Dollar.

In Libyen erwartet die OMV für den Rest des Jahres eine Produktion auf dem derzeitigen Niveau, das noch leicht unter den Förderraten vor dem Bürgerkrieg zurückliegt. Zuletzt hatte die Firma angekündigt, dort bis zum Ende des Jahres das Vorkrisenniveau wieder zu erreichen - dies jedoch als Herausforderung bezeichnet. Vor den politischen Umwälzungen durch den Sturz des langjährigen Machthabers Muammar Gaddafi hatte die österreichische Firma dort rund zehn Prozent ihrer konzernweiten Fördermenge bezogen.

Im ebenfalls von Unruhen geplagten Jemen hatte die OMV die Produktion Mitte Juli wieder aufgenommen. Hintergrund ist die Wiedereröffnung der wichtigen jemenitischen Exportpipeline Maarib, die wegen wiederholter Anschläge monatelang außer Betrieb war. Die Sicherheitslage in dem Land sei jedoch weiterhin kritisch, erklärte die OMV.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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