Öl- und Gasprojekt
Japaner wollen Anteil an Sachalin 2 verringern

Die Verhandlungen über die Zukunft von Sachalin-2, dem größten Öl- und Gasprojekt in Russland, könnten nach Aussage von Alf D’Souza, Vizepräsident bei Shell Russland, schon Ende dieser Woche zum Abschluss kommen. Es habe weitere Fortschritte gegeben, sagte er Bloomberg in Moskau.

MOSKAU. Royal Dutch Shell, der größte Anteilseigner an Sachalin-2, wollte zu den Inhalten der Gespräche, die vor allem mit dem russischen Gasmonopolisten Gazprom laufen, aber keine Stellung nehmen.

Medienberichten zu Folge sind auch die japanischen Anteilseigner an Sachalin-2, Mitsui und Mitsubishi, offenbar bereit, einen Teil ihres 45-Prozent-Pakets an dem Projekt, das Flüssiggas für den asiatischen und nordamerikanischen Markt produzieren soll, an den Gasmonopolisten Gazprom zu verkaufen.

Die beiden Japaner befänden sich in Gesprächen mit dem niederländisch-britischen Ölmulti, sagten eingeweihte Personen gestern. Gazprom strebt einen Kontrollanteil an Sachalin-2 an. Nach Angaben des russischen Energieministeriums werde sich der zuständige Minister Wiktor Christenko noch in dieser Woche wieder mit den beteiligten Unternehmen in Moskau treffen.

Bereits in den vergangenen Wochen hatte der Minister mit Shell-Chef Jeroen van der Veer, den Chefs von Mitsui und Mitsubishi sowie Gazprom-Vorstandschef Alexej Miller Gespräche geführt. Nach einem Bericht der Zeitung „Kommersant“ bietet Gazprom den Konsortialpartner angeblich Geld und nicht Beteiligungen an anderen Förderprojekten in Russland.

Sakhalin Energy, das Konsortium, das um Shell an dem 22-Milliarden-Dollar-Projekt teueren Projekt baut, sah sich in den vergangenen Monaten mit erheblichem Druck russischer Behörden konfrontiert. Das Ministerium für natürliche Ressourcen wirft dem Konzern vor, die Umwelt massiv zu schädigen, und droht mit Schadenersatzforderungen in zweistelliger Milliardenhöhe. Viele Experten halten der russischen Regierung jedoch vor, den Umweltschutz als Vorwand zu nehmen, um sich selbst den Zugriff auf das Projekt zu sichern, das allerdings im vergangenen Jahr mit einer erheblichen Kostenexplosion zu kämpfen hatte.

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