Öl- und Gasvorkommen
Repsol entdeckt den nächsten Rohstoff-Schatz

Der spanisch-argentinische Ölkonzern Repsol YPF feiert zum zweiten Mal in einer Woche einen großen Erfolg bei der Erkundung von Öl- und Gasvorkommen. Der spektakuläre Gasfund in Venezuela könnte sich jedoch auch zum Sorgenkind entwickeln, denn Venezuelas Präsident Hugo Chavez beansprucht einen Anteil an der Öl- und Gasförderung.

MADRID. Venezuelas Präsident Hugo Chavez verkündete am Freitag gemeinsam mit Repsol-Chef Antonio Brufau in Madrid, dass in einem von Repsol und der italienischen ENI erforschten Feld im Golf von Venezuela ein Gasvorkommen von bis zu acht Billionen Kubikfuß (227 Mrd. Kubikmeter) vermutet werde.

Es wäre das bisher größte Gasfeld in Venezuela sowie eines der größten der Welt. Die 60 Meter unter der Meeresoberfläche liegende Gasmenge reiche aus, um Spaniens Gaskonsum mehr als fünf Jahre lang abzudecken, erklärte Repsol. Die Schätzung muss noch durch endgültige Tests bestätigt werden.

Die Erkundungsarbeiten hatte Repsol in einem 50-prozentigem Joint Venture mit Eni durchgeführt. Bei der Förderung müsste aber laut den venezolanischen Gesetzen die staatliche PdVSA mit 35 Prozent beteiligt werden. Repsol und Eni bleiben je 32,5 Prozent.

Nur kurz zuvor war Repsol auch in Brasilien fündig geworden. Nach ersten Testförderungen im Ölfeld Guará im Santos-Becken, 310 Kilometer von der Küste Sao Paulos entfernt, werden die dortigen Öl- und Gasvorkommen auf 1,1 bis 2 Mrd. Barrel geschätzt. Die Arbeiten werden von einem Konsortium aus Repsol, dem brasilianischen Ölkonzern Petrobras und British Gas durchgeführt, an dem Repsol eine Beteiligung von 25 Prozent hat.

Repsol kann die Erfolge gut gebrauchen. Der spanische Konzern war traditionell schwach im Bereich von Erkundung und Produktion, dem so genannten Upstream. Mit der Übernahme der argentinischen YPF 1999 hatten die Spanier diesem Übel abhelfen wollen, doch nach der Wirtschaftskrise in Argentinien und der zunehmend investitionsfeindlichen Politik des Landes verwandelte sich YPF zunehmend in eine Last für Repsol. Die Produktion in Argentinien sinkt stetig und Produzenten müssen zudem einen großen Teil des Gases zu einem Preis weit unter Weltmarkt-Niveau in Argentinien selbst verkaufen. Das belastet erneut den Upstream-Sektor in den Bilanzen von Repsol YPF. Der Downstream-Bereich, also Raffinerie und der Verkauf an den Tankstellen, litt zuletzt stark unter der Rezession in Spanien.

Seite 1:

Repsol entdeckt den nächsten Rohstoff-Schatz

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%