Öl- und Stromgeschäft
Gazprom hat ehrgeizige Ziele

Der vom Kreml kontrollierte russische Gazprom-Konzern hat auf der Hauptversammlung in Moskau angekündigt, man wolle mit Zukäufen im Öl- und Stromgeschäft zur weltweiten Nummer eins unter den Energieversorgern aufsteigen.

HB MOSKAU. Die westlichen Märkte genössen weiterhin Priorität. Allerdings wolle man ab 2011 jährlich 68 Mrd. Kubikmeter Gas nach China pumpen und auch Lieferverträge mit Indien und Südkorea abschließen, kündigte Vorstandschef Alexej Miller, ein enger Vertrauter von Präsident Wladimir Putin, an.

Miller betonte, bei den Investitionen solle künftig das Hauptaugenmerk auf den Transport von Gas und weniger auf die Förderung gelegt werden. Kritiker äußern die Sorge, dass Gazprom in einigen Jahren die steigende internationale Nachfrage aus Europa und auch Asien mengenmäßig nicht mehr befriedigen könne. Am Vortag hatte Turkmenien im Preisstreit mit Gazprom gedroht, ab Herbst kein Gas mehr an Russland zum Weiterverkauf nach Europa zu liefern.

Auch in diesem Jahr kandidierten wieder zwei deutsche Manager für den Aufsichtsrat von Gazprom. Neben dem amtierenden Aufsichtsrat Burckhard Bergmann, Vorstandschef der E.ON-Tochter Ruhrgas, bewarb sich der Geschäftsführer der Betreibergesellschaft der Nordeuropäischen Gaspipeline (NEGP), Matthias Warnig, für das elfköpfige Gremium. Die Wahl war für den Nachmittag (Ortszeit) angekündigt.

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