Ölbedarf des Landes wird sich bis 2020 fast verdreifachen – Heimische Förderer engagieren sich international
Chinas Ölriesen verdienen prächtig

Die drei größten Ölkonzerne Chinas profitieren von den gestiegenen Rohölpreisen sowie der starken Nachfrage nach verarbeiteten Produkten im eigenen Land und planen Investitionen von mehreren Milliarden Dollar.

DÜSSELDORF. So will der größte Öl-Förderer Petrochina, gestärkt durch einen Rekord-Nettogewinn von 12,5 Mrd. Dollar im vergangenen Jahr, rund 7,4 Mrd. Dollar in den Ausbau von Produktion und Exploration stecken.

Sinopec, der wichtigste Raffineriebetreiber Chinas, plant jetzt den Bau von zwei Äthylen-Anlagen für rund fünf Mrd. Dollar. Der in Hongkong, New York und London gelistete Konzern gab gestern einen Nettogewinn für 2004 von 4,35 Mrd. Dollar bekannt – mehr als doppelt soviel wie im Jahr zuvor. Das Unternehmen arbeitet bereits mit Hochdruck an neuen petrochemischen Anlagen: So zum Beispiel zusammen mit BASF an einem Verbundstandort in Nanjing für 2,9 Mrd. Dollar.

Auch die China National Offshore Oil Company (CNOOC), der größte chinesische Offshore-Produzent von Öl und Gas, meldete gestern einen Rekord-Profit. Der Konzern verdiente 1,96 Mrd. Dollar im Jahr 2004. Vor allem, weil er die Öl-Produktion um 7,5 Prozent auf 140 Mill. Barrel (je 159 Liter) steigern konnte. CNOOC machte zudem vor kurzem mit seinen Ambitionen Schlagzeilen, den US-Konkurrenten Unocal für 13 Mrd. Dollar kaufen zu wollen – das wäre die bisher größte Übernahme durch ein chinesisches Unternehmen im Ausland.

Alle drei Unternehmen planen in den kommenden Jahren, weiter international zu expandieren und die Förderung auszubauen – unterstützt von der chinesischen Regierung, die sich um die Energieversorgung im Land sorgt. Nach Berechnungen der Internationalen Energieagentur (IEA) in Paris steigt die Nachfrage nach Öl in China bis 2030 durchschnittlich um 3,4 Prozent im Jahr. Während das Land noch 2002 „nur“ rund 5,2 Mill. Barrel pro Tag brauchte, rechnet die IEA nach einer konservativen Schätzung im Jahr 2020 mit einer Menge von 13,3 Mill. Barrel – das ist etwas mehr, als das größte Opec-Förderland Saudi-Arabien heute täglich maximal produzieren könnte.

Bei ihrer internationalen Expansion scheuen die chinesischen Konzerne daher heute auch noch keine Kosten. So kaufte zum Beispiel die staatliche China National Petroleum Company (CNPC), zu der die börsennotierte Petrochina gehört, vor zwei Jahren zwei aserbaidschanische Ölfelder für 52 Mill. Dollar – nach Schätzung der Branchendienstes Energy Intelligence waren dies rund 20 Mill. Dollar mehr als das zweithöchste Angebot.

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