Ölbranche
Shell und Exxon vermelden Gewinneinbruch

Der Ölkonzern Shell muss weiter nachlassende Gewinne hinnehmen. Und das, obwohl sich der gestiegene Ölpreis bereits positiv bemerkbar gemacht hatte. Bei Exxon Mobil sieht es kein Stück besser aus. Stellenstreichungen sind unvermeidbar.
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HB DEN HAAG. Der weltgrößte börsennotierte Ölkonzern Exxon Mobil hat im dritten Quartal erheblich weniger verdient als im Vorjahr. Durch den im Vergleich zum Vorjahr deutlich niedrigeren Ölpreis schmolz der Überschuss von 14,8 auf 4,7 Mrd. Dollar (3,2 Mrd Euro) zusammen, wie Exxon Mobil am Donnerstag mitteilte. Dies entspricht einem Minus 68 Prozent. Im Vorjahr hatte der US-Konzern einen geringfügigen außerordentlichen Gewinn verbucht.

Im vorbörslichen Handel geriet die im Dow Jones Industrial Average (DJIA) notierte Aktie unter Druck. Analysten hatten mehrheitlich mit einem höheren Gewinn gerechnet. Den europäischen Konkurrenten Royal Dutch Shell und BP , die bereits Zahlen vorgelegt haben, war es hingegen gelungen, die Erwartungen des Marktes zu übertreffen.

Auch bei Europas größtem Erdölkonzern Royal Dutch Shell ist der Gewinn erneut stark eingebrochen. Er sank im dritten Quartal um 73 Prozent auf 2,99 Mrd. Dollar (2,06 Mrd. Euro), teilte Shell am Donnerstag in Den Haag mit. Zugleich gab der niederländisch-britische Konzern die Streichung von 5 000 Stellen im Zuge seiner weiteren Reorganisation bekannt - rund fünf Prozent der weltweiten Belegschaft. Betroffen sind vor allem Shells Kernstandorte in den Niederlanden, Großbritannien und den USA.

Im Vorjahr hatte Shell im dritten Quartal noch 10,9 Mrd. Dollar verdient. Als Hauptursache des erneuten Rückgangs nannte Konzernchef Peter Voser die Folgen der weltweiten Wirtschaftskrise. „Wir sehen zwar einige Anzeichen dafür, dass die Energienachfrage wieder anzieht und die Ölpreise steigen, jedoch bleiben die Aussichten sehr unsicher und wir erwarten keine rasche Erholung“, sagte er.

Das Quartalsergebnis lag allerdings leicht über den Erwartungen der Marktanalysten. Pro Aktie zahlt Shell für das dritte Quartal eine Dividende von 0,42 Dollar, was einer Steigerung um fünf Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Die operativen Kosten wurden in den ersten neun Monaten des Jahres um eine Milliarde Dollar gesenkt, teilte Voser mit. Shell unternehme weitere Schritte, um in den kommenden Jahren wieder ein Wachstum zu erreichen.

Shell kämpft wie die gesamte Ölindustrie mit den Auswirkungen der Wirtschaftskrise. Die Preise für Öl und Gas liegen derzeit deutlich unter den Rekordmarken von 2008, was den Gewinn der Konzerne einbrechen lässt. Das europäische Schwergewicht BP hatte am Dienstag einen Rückgang von 50 Prozent gemeldet, am Mittwoch der US-Gigant ConocoPhillips sogar einen Einbruch von 71 Prozent. Der italienische Energiekonzern Eni verbuchte einen um 57,8 Prozent auf 1,24 Mrd. Euro gesunkenen Überschuss. Auch für den weltgrößten Ölkonzern ExxonMobil, der ebenfalls an diesem Donnerstag Zahlen vorlegt, haben Analysten erhebliche Einbußen vorausgesagt.

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