Ölfeldausrüster weist Vorwürfe wegen Irakverträgen zurück
Halliburton im Kreuzfeuer

Das US-Verteidigungsministerium hat dem US-Ölfeldausrüster Halliburton, der früher vom amerikanischen Vizepräsidenten Dick Cheney geführt worden war, zu hohe Rechnungen für Arbeiten im Irak vorgeworfen.

HB HOUSTON/WASHINGTON. Halliburton hat sich gegen Vorwürfe zu hoher Treibstoffpreise im Irak zur Wehr gesetzt. Das Pentagon habe Beweise für überhöhte Preise Halliburtons beim Verkauf von Treibstoff im Wert von 1,2 Mrd. Dollar festgestellt, berichtete das „Wall Street Journal“ am Freitag in seiner Onlineausgabe. Bei einer noch nicht beendeten Prüfung habe man herausgefunden, dass das Unternehmen bis zu 61 Mill. Dollar zu viel für Benzin im Irak verlangt habe. Halliburtons Irakverträge haben der Zeitung zufolge einen Wert von fünf Mrd. Dollar.

Alle Verträge dieser Größenordnung, würden natürlich in Frage gestellt, erklärte Halliburton-Chef Dave Lesar am Donnerstag nach US- Börsenschluss. Man werde mit allen Behörden kooperieren, um zu zeigen, dass die Kontrakte gut für die Vereinigten Staaten seien. Die Gesellschaft sei die beste und qualifizierteste für diese schwierige und gefährliche Aufgabe.

Halliburton habe auf Anweisung des US-Heeres Treibstoff in Kuwait gekauft und in den Irak geliefert. Die Gesellschaft habe Ausschreibungen vorgenommen, doch habe nur ein Anbieter die Anforderungen der Army erfüllt. Halliburton habe wiederholt versucht, die Treibstofflieferungen an einen lokalen Anbieter zu übertragen, da dies gefährlich für die eigenen Leute sei. Bisher habe man noch keinen Ersatz gefunden. Halliburton verdiene bei den Treibstofflieferungen von Kuwait in den Irak nur wenige Cent je Dollar, betonte die in Houston (Texas) ansässige Gesellschaft.

Der bis vor drei Jahren von US-Vizepräsident Dick Cheney geleitete Konzern kommt durch Vorwürfe seitens der US-Regierung unter Druck. Die Vergabe der Irak-Aufträge an Halliburton ist in den USA ohnehin schon umstritten, weil sie nicht öffentlich ausgeschrieben worden waren. Die Halliburton-Tochter Kellogg, Brown and Root (KBR) ist maßgeblich am Wiederaufbau der irakischen Ölversorgung beteiligt.

US-Vizepräsident Cheney leitete Halliburton zwischen 1995 und 2000. Er hatte wiederholt betont, mit der Vergabe von Aufträgen an das Unternehmen in Irak nichts zu tun zu haben. Die KBR wurde vom Pentagon unter anderem mit dem Löschen brennender Ölquellen, der Ölförderung und dem Vertrieb von Ölprodukten in Irak beauftragt. US-Regierungsaufträge in Irak haben die Geschäftsbilanz des Ölkonzerns deutlich aufgebessert. 34 Millionen Dollar verdiente KBR zwischen Juli und September nach Konzernangaben vom Oktober mit Aufträgen in Irak - mehr als ein Drittel des operativen Konzerngewinns von 92 Millionen Dollar. Die Regierungsaufträge in Irak erhöhten den Umsatz der Ingenieur- und Bausparte demnach um 80 Prozent auf 2,3 Milliarden Dollar.

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