Ölfirma-Übernahme
Gazprom-Aufsichtsrat billigt Sibneft-Kauf

Der Aufsichtsrat des weltweit größten Gasproduzenten Gazprom hat dem Kauf des viertgrößten russischen Ölproduzenten Sibneft zugestimmt.

dpa-afx MOSKAU. Das Gremium billigte die Ende September angekündigte Übernahme von 72,6 Prozent der Sibneft-Anteile aus dem Besitz des Oligarchen Roman Abramowitsch, wie der staatlich kontrollierte Gazprom-Konzern am Montag mitteilte. Ministerpräsident Michail Fradkow hatte in der Vorwoche die sechs Vertreter des Staates im elfköpfigen Gasprom-Aufsichtsrat angewiesen, für den Erwerb des Pakets zu stimmen.

In der bislang größten Unternehmensübernahme Russlands wird sich Gazprom für umgerechnet elf Mrd. Euro die Mehrheit an Sibneft sichern. Der Kauf soll mit Hilfe eines westlichen Bankenkredits finanziert werden. Darauf hatten sich Gazprom und der Sibneft-Hauptaktionär Millhouse Capital am 28. September geeinigt. Gasprom besaß bereits mehr als drei Prozent der Anteile an Sibneft. Mit dieser Übernahme durch Gasprom kontrolliert der Kreml ein Drittel der Ölreserven des Landes.

Zur Finanzierung des Geschäfts hatte Gazprom am 10. Oktober einen Kreditvertrag mit ABN Amro Holding, der Dresdner Bank, Citibank, Credit Suisse First Boston, Goldman Sachs und Morgan Stanley unterzeichnet. Das ist der mit Abstand größte ausländische Kredit in der Geschichte Russlands.

Präsident Wladimir Putin will einen Großteil der Ölreserven wieder unter staatliche Kontrolle bringen. Der Chef der Kreml-Administration, Dmitri Medwedew, leitet den Aufsichtsrat von Gazprom. Nach der Zerschlagung des einst größten Ölkonzerns des Landes, Yukos, hatte der vom Kreml kontrollierte Konkurrent Rosneft den wichtigsten Yukos-Förderbetrieb Juganskneftegas übernommen. Die einst staatlichen Ölreserven und Förderbetriebe waren Mitte der neunziger Jahre durch zum Teil umstrittene Privatisierungen übereignet worden.

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