Ölförderung in der Nordsee
Die letzte deutsche Bohrinsel

Anders als Großbritannien hat Deutschland nie über eine große Öl- und Gasförderung in der Nordsee verfügt. Gerade einmal eine Bohrplattform gibt es noch: die Förderinsel Mittelplate im Wattenmeer vor Cuxhaven.

HB DÜSSELDORF. Die Betreiber der Plattform, RWE-Dea und die BASF-Tochter Wintershall, sehen dennoch eine Zukunft für die Anlage, die täglich rund 20 000 Barrel (ein Barrel sind 159 Liter) vom Meeresgrund pumpt. Nur rund drei Prozent des deutschen Jahresbedarfs deckt das einheimische schwarze Gold. Die deutschen Erdölreserven schätzen Experten auf 388 Mill. Barrel. Ließen sie sich auf einen Schlag fördern, würde Deutschland gerade mal ein halbes Jahr ohne Importöl auskommen.

Die Nordsee ist daher für die Versorgung weiter wichtig. Aus Großbritannien und Norwegen bezieht die Bundesrepublik gut ein Drittel ihres Bedarfs. Experten rechnen auch damit, dass die Qualität des deutschen Öls immer schlechter wird, je länger die Reserven ausgebeutet werden. Dass große neue Vorkommen entdeckt werden gilt als fraglich.

Dank der hohen Ölpreise wird die Förderung auf der Mittelplate aber weiter laufen, obwohl die technisch sehr anspruchsvoll und damit teuer ist. Das Konsortium hat sogar weiter in die Ausbeutung des größten deutschen Ölfelds investiert: In der vergangenen Woche nahmen die Firmen eine neue Pipeline-Anbindung des Ölfeldes in Betrieb. Mit der rund sieben Kilometer langen Rohrleitung im Wattenmeer erhoffen sich die Betreiber eine Erhöhung der Offshore-Förderung auf bis zu 11,7 Mill. Barrel Rohöl pro Jahr. Die gesamten Investitionen in das Feld summieren sich bis Ende 2005 auf 615 Mill. Euro.

Bisher musste das Öl mit Tankschiffen befördert werden, die wegen der Gezeiten und der Wetterlage aber keine großen Kapazitäten schafften.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%