Ölförderung
Sinopec und Repsol schmieden Energieriesen

Vor der brasilianischen Küste schlummern geschätzte 50 Milliarden Barrel Öl - ein gigantischer Schatz, den die Energieriesen nur allzu gerne heben wollen. Nachdem der Ölkonzern Petrobras soeben die größte Kapitalerhöhung der Geschichte in Gang gesetzt hat, entsteht nun ein weiterer Konzern: Der spanische Repsol und der chinesische Sinopec gründen ein Gemeinschaftsunternehmen.
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HB MADRID. Neben dem Ölkonzern Petrobras formiert sich in Brasilien ein weiterer Energieriese, um die gigantischen Ölvorkommen unter dem Meeresboden zu erschließen. Der spanische Ölkonzern Repsol und der chinesische Konkurrent Sinopec gründen ein Gemeinschaftsunternehmen im Volumen von 17,8 Mrd. Dollar, wie Repsol am Freitag mitteilte.

Teil der Vereinbarung sei, dass die brasilianische Repsol-Tochter eine Kapitalerhöhung von mehr als 7,1 Mio. Dollar vornimmt. Diese will Sinopec komplett zeichnen. Damit würde die staatliche Sinopec dann 40 Prozent an einem der größten privaten Energiekonzerne in Lateinamerika halten.

China befindet sich seit einigen Jahren im Ausland auf Einkaufstour, um den riesigen Rohstoffbedarf seines Landes zu decken. So sicherte sich Sinopec im April für 4,65 Mrd. Dollar Zugang zu kanadischem Ölsand. Im Mai erst kaufte der chinesische Konzern Sinochem eine drei Mrd. Dollar schwere Beteiligung an einem Ölfeld vor der brasilianischen Küste.

"Wir sind erfreut, die Entwicklung der brasilianischen Projekte mit einem Partner wie Sinopec, mit anerkanntem Prestige in diesem Sektor, zu teilen", sagte der Repsol-Verwaltungsratsvorsitzende Antonio Brufau. Durch das Geschäft würden die gesamten Kosten für die Erschließung der brasilianischen Lager gedeckt. Das Gemeinschaftsunternehmen muss noch von den Wettbewerbsbehörden genehmigt werden.

Experten gehen davon aus, dass vor der brasilianischen Küste insgesamt rund 50 Mrd. Barrel Öl zu holen sind. Eine Erschließung dieser Felder würde den Aufstieg des Landes zu einer Öl- und Wirtschaftsmacht ebnen. Repsol-Aktien legten in Madrid mehr als fünf Prozent zu.

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