Ölgeschäfft soll ausgeweitet werden
Gazprom will Milliarden-Kredit von westlichen Banken

Der weltgrößte Gaskonzern, der russische Gasmonopolist Gazprom, verhandelt mit westlichen Banken über einen Kredit im Volumen von zwölf Milliarden Dollar zur Finanzierung der Übernahme der russischen Ölgesellschaft Sibneft. Das wurde am Dienstag aus mit der Situation vertrauten Kreisen bekannt.

HB MOSKAU. Dies wäre der höchste Kredit, den jemals ein russisches Unternehmen von Geldhäusern im Westen erhalten hat. Gazprom, an der die deutsche E.ON Ruhrgas mit derzeit rund 6,5 Prozent beteiligt ist, lehnte eine Stellungnahme zu dem Bericht ab. Auch Sibneft wollte sich nicht dazu äußern.

Die erste offizielle Bestätigung für die Übernahmepläne von Gazprom für Sibneft hatte der russische Präsident Wladimir Putin beim G-8-Gipfel im Juni in Schottland geliefert. Sibneft gehört mehrheitlich der Investmentfirma Millhouse, die von dem Milliardär Roman Abramowitsch kontrolliert wird. Der nach Medienberichten reichste Mann Russlands ist in der Öffentlichkeit vor allem durch sein finanzielles Engagement bei dem englischen Fussball-Klub FC Chelsea bekannt. Er hat sich bereits von vielen seiner Beteiligungen in Russland getrennt. Sibneft repräsentiert derzeit einen Marktwert von rund 11,5 Milliarden Dollar.

Im Juni hatte Gazprom angekündigt, in den kommenden Monaten werde der Staat wie geplant einen Kontroll-Anteil von mehr als 50 Prozent an dem Unternehmen erwerben. Zudem werde der Handel mit umlaufenden Gazprom-Aktien bis Ende des Jahres komplett freigeben. Der Konzern verspricht sich dadurch Milliarden-Investitionen aus dem Ausland.

Zudem hatte der Konzern angekündigt, das Ölgeschäft auszuweiten. Die Mehrzahl der Gasvorkommen des Konzerns enthalte auch Erdöl. Daraus habe Gazprom in den ersten fünf Monaten dieses Jahres im Schnitt 260.000 Barrel täglich Öl gefördert (ein Barrel = knapp 159 Liter). Außerdem prüfe der Konzern weitere Übernahmen, hauptsächlich auf der fernöstlichen Insel Sachalin, wo die staatliche Rosneft Gemeinschaftsunternehmen mit Exxon Mobil und BP betreibe. Die Gazprom-Ölförderung werde auch durch die baldige Aufnahme der Produktion aus neuen Vorkommen in Sibirien und in der Kara-See bald zunehmen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%