Ölkatastrophe
BP zahlt Milliarden an die Fischer vom Golf

BP hat sich mit den Geschädigten der Ölkatastrophen im Golf von Mexiko auf einen Vergleich geeinigt - unmittelbar vor Beginn eines Milliarden-Prozesses. Ausgestanden ist die Angelegenheit damit für BP noch lange nicht.
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WashingtonDrei Tage vor dem geplanten Beginn des Milliarden-Prozesses um die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko hat sich BP mit Tausenden Klägern in einem Vergleich auf Entschädigungszahlungen geeinigt. Das teilte der Ölkonzern am Freitagabend (US-Zeit) mit. Auch wenn die Höhe nicht festgelegt sei, rechne BP mit einer Summe von 7,8 Milliarden Dollar. Das Geld dafür werde voraussichtlich der 20 Milliarden Dollar schwere Entschädigungsfonds bereitstellen.

Der mit dem Verfahren beauftragte Richter Carl Barbier teilte am Freitagabend mit, der für Montag geplante Prozessbeginn an einem Bundesgericht in New Orleans werde auf unbestimmte Zeit verschoben. Es seien nun „erhebliche Änderungen am geplanten Prozessverlauf nötig“.

Bereits vergangenen Montag war die Verhandlung in letzter Minute um eine Woche vertagt worden, damit die Konfliktparteien mehr Zeit für Verhandlungen über einen Vergleich bekommen. In der Zwischenzeit habe sich Richterin Sally Sushan mit den Prozessparteien - BP auf der einen, ein Steuerkreis für die Kläger auf der anderen Seite – getroffen, hieß es nun. Dabei hätten die Beteiligten eine Einigung erzielt. Diese müsse nun vom Gericht geprüft und bestätigt werden.

Bei dem Unglück im April 2010 war die Ölplattform „Deepwater Horizon“ explodiert. Elf Menschen starben, 17 wurden verletzt. Zwischen vier und fünf Millionen Barrel (je 159 Liter) Öl liefen 87 Tage lang ins Meer. BP hat das Desaster nach eigenen Angaben bereits 8 Milliarden Dollar an Entschädigungen für die Aufräumarbeiten gekostet. Weitere 14 Milliarden seien zur Eindämmung der Katastrophe aufgewendet worden. Ein 2011 veröffentlichter Untersuchungsbericht sah die Hauptschuld bei BP, kritisierte allerdings auch den Plattformbetreiber Transocean und den Dienstleister Halliburton.

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  • BP zahlt gerade mal "einen Quartalsgewinn", so ein anderes Medium zum gleichen Anlass ganz nüchtern.

  • Zitat: "Wir wissen ganz genau, dass solche Großkonzerne die besten Rechtsabteilungen unterhalten könnnen und diese einen Prozess über Jahre hinauszögern und davon hat der kleine Bürger, der überleben muss, nichts."

    Der Druck auf BP ist/war immens, vor allem von der US-Regierung.

    Ich denke, die Geschädigten können froh sein, dass es sich beim Verursacher nicht um eine US-Ölfirma gehandelt hat. Da hätte man die Entschädigung wahrscheinlich nicht so konsequent gefordert.

  • Mir ist wichtig, dass der Ölkonzern überhauupt bereit ist, vor dem Prozess eine Einigung herbeizuführen.
    Wir wissen ganz genau, dass solche Großkonzerne die besten Rechtsabteilungen unterhalten könnnen und diese einen Prozess über Jahre hinauszögern und davon hat der kleine Bürger, der überleben muss, nichts.
    Ich hoffe, dass die Betroffenen von BP eine hohe Entschädigung erhalten und BP die Folgekosten bis zum Ende tragen werden.
    Weiterhin muss die Alternativenergie ausgebaut werden, damit in Zukunft weniger oder keine Öltanker mehr auf den Weltmeeren verkehren.

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