Ölkatastrophe
Transcocean beschuldigt BP

Der Tiefsee-Bohrkonzern Transocean und der Ölriese BP streiten vor Gericht um die Schuld an der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko. Transocean zählt in einem jetzt veröffentlichten Bericht die Fehler von BP auf.
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ZugTransocean schiebt wegen der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko dem Energiekonzern BP den Schwarzen Peter zu: Eine Reihe von Fehlentscheidungen, viele davon von BP, hätten zur Explosion auf der Ölplattform „Deepwater Horizon“ geführt, heißt es in einem am Mittwoch in Zug in der Schweiz veröffentlichten Bericht.

Transocean hatte den britischen Konzern BP schon früher für die Katastrophe verantwortlich gemacht. BP hatte die Ölplattform von Transocean geleast. Die „Deepwater Horizon“ war am 20. April 2010 explodiert, elf Arbeiter starben. 780 Millionen Liter Rohöl strömten ins Meer und verschmutzten 1000 Kilometer Küste, bis die Quelle in 1500 Metern Tiefe im August 2010 geschlossen werden konnte.

Transocean kritisierte unter anderem, BP habe die Risiken zu wenig sorgfältig geprüft und die Mitarbeiter nicht ausreichend über die Risiken informiert. Bemängelt wird im Bericht auch die Bohrlochkonzeption und -konstruktion sowie die Sicherheit beim Anlauf des Bohrprozesses.

Transocean betonte, dass das Unternehmen mit diesem internen Bericht niemanden juristisch für die Katastrophe verantwortlich mache. Der Rechtsstreit zwischen den beiden Unternehmen ist aber bereits im Gang: BP reichte im vergangenen April in den USA eine Klage gegen Transocean ein. Transocean reagierte mit einer Gegenklage. BP sind wegen der Ölpest Kosten von mehr als 40 Milliarden Dollar (27,4 Milliarden Euro) entstanden - Beträge, die der Konzern nach Medienberichten durch die Klagen zurückerstattet haben will.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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