Ölkonzern fördert weniger – Gewinn steigt
Total forciert das Investitionstempo

Der französische Ölkonzern Total, die Nummer drei in Europa hinter BP und Royal Dutch/Shell will bis 2010 die Förderung von Erdöl und Erdgas um durchschnittlich vier Prozent jährlich steigern. Im vergangenen Jahr sei das Ziel wie erwartet nicht erreicht worden, teilte der Öl- und Chemiekonzern gestern bei Vorlage der Jahresbilanz in Paris mit.

tom/HB DÜSSELDORF. Als Grund führte Total unter anderem zeitweilige Produktionsunterbrechungen an, die der Wartung von Förderanlagen gedient hätten. Ferner sei die Förderung dadurch beschränkt worden, dass ihr Volumen in einigen Verträgen, den so genannten „Production Sharing Agreements“ (PSA), ab einem bestimmten Preisniveau gedeckelt sei. Die Verträge bieten vor allem die großen Ölförderländer im Mittleren Osten an, in denen Total eine starke Präsenz hat. Im vierten Quartal wie im Gesamtjahr weitete der Konzern die Förderung um zwei Prozent aus.

Die PSA-Vereinbarungen haben auch einen negativen Effekt auf die Berechnungen der Öl-Reserven, die Total verbuchen kann: Im Vergleich zum Vorjahresende fielen sie um zwei Prozent auf 11,1 Mrd. Barrel an Öläquivalenten (ein Barrel entspricht 159 Liter).

Die im vergangenen Jahr unerwartet gestiegenen Rohöl- und Gaspreise haben dem Energiekonzern mit knapp zehn Milliarden Euro den höchsten Gewinn in der französischen Unternehmensgeschichte beschert. Der Konzern gesellt sich sich damit zu seinen Konkurrenten wie Exxon-Mobil, BP und Shell, die in 2004 alle mit ähnlichen Rekordprofiten glänzten. Allein im vierten Quartal steigerte Total das Ergebnis um mehr als 100 Prozent auf 3,24 Mrd. Euro. Bereinigt um Sonderposten ergab sich 2004 ein Zuwachs von 21 Prozent.

Im laufenden Jahr plant der Konzern, seine Investitionen um zwei Mrd. Euro auf 12 Mrd. Euro zu erhöhen, kündigte Finanzvorstand Robert Castaigne an. Total-Chef Thierry Desmarest hat, wie auch seine Kollegen bei Shell und BP, ein großes Interesse am Irak. Bevor der Konzern dort aktiv werden könne, müsse sich aber die Sicherheitslage bessern und eine Einladung der neuen Regierung vorliegen.

Wachsen will der Konzern auch mit dem Ausbau des lukrativen Geschäfts mit verflüssigten Gas (LNG). Total schloss erst diese Woche ein Milliarden Euro schweres Geschäft mit Korea Gas. Das Unternehmen ist der größte LNG-Importeur der Welt und will von 2008 an für mehr als 20 Jahre Flüssiggas aus von Total beziehen. Allein im Yemen plant der Konzern den Bau von zwei neuen Anlagen.

Wie auch die anderen Energiemultis kündigte Total eine kräftige Anhebung der Dividende für das vergangene Jahr von 15 Prozent an. Die Aktien legten darauf an einer freundlichen Pariser Börse 1,3 Prozent auf 174,90 Euro zu.

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