Ölkonzern kapituliert vor den Steuernachzahlungen
Yukos will Anteile an den Staat verkaufen

Es kommt einer förmlichen Kapitulation gleich: Der russische Ölkonzern Yukos will Unternehmensanteile an den Staat verkaufen, um im Steuer-Urteil eine außergerichtliche Einigung zu erreichen. Moskauer Experten sehen in diesem Schritt allerdings das Ende des Konzerns. Sie befürchten, dass der Staat Yukos in die Insolvenz treiben will.

HB MOSKAU. Der zu Steuernachzahlungen in Milliardenhöhe verurteilte russische Ölkonzern Yukos will Unternehmensanteile an den Staat verkaufen, um einer Pleite zu entgehen. Dafür müsse die Regierung allerdings die seit Monaten gesperrten Yukos-Aktiva freigeben, zitierten russische Tageszeitungen am Dienstag aus einem Yukos-Schreiben an Ministerpräsident Michail Fradkow.

„Die Hauptaktionäre schwenken die weiße Fahne“, kommentierten Analysten das Yukos-Angebot. Dieser lang erwartete Schritt sei eine „förmliche Kapitulation“ des Yukos-Mehrheitseigners Menatep und solle die Voraussetzungen für eine außergerichtliche Einigung schaffen. Allerdings befürchteten viele Moskauer Experten, dass der Staat das Unternehmen in die Insolvenz treiben wolle, wie die Wirtschaftszeitung „Wedomosti“ berichtete.

Yukos war im Mai zu einer Steuernachzahlung in Höhe von fast drei Milliarden Euro verurteilt worden. Das Steuer-Urteil soll in dieser Woche rechtskräftig werden. Bereits vor Monaten hatten Yukos-Eigner dem Staat Anteile am Unternehmen angeboten, um eine Freilassung des früheren Vorstandsvorsitzenden Michail Chodorkowski aus der Untersuchungshaft zu erreichen. Berichte über eine mögliche Zusatzemission von Yukos-Aktien zur Nachzahlung der Steuern führten am Dienstag zu vorübergehenden Kursverlusten bei Yukos von bis zu 14 Prozent.

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