Ölkonzern
Neuer Optimismus bei BP

Für mehr als vier Jahrzehnte reichen die Ölreserven des Unternehmens. Die Briten wollen ihre Öl- und Gasproduktion ausbauen. Zudem ist ein Verkauf der Sparte erneuerbare Energien, komplett oder in Teilen, möglich, wenn auch nicht aktuell.

LONDON. BP will die zuletzt stockende Öl- und Gasproduktion in den kommenden Jahren kräftig steigern. Die vorhandenen Ölfelder und neu erschlossenen Gebiete ermöglichten eine Produktion von mindestens 4,3 Mill. Barrel (je 159 Liter) am Tag, sagte Vorstandschef Tony Hayward gestern auf einer Strategie-Präsentation vor Analysten in London. Das wäre eine halbe Million Barrel mehr als 2007. Die aktuellen Ressourcen von BP reichten, um das gegenwärtige Produktionsniveau rund 42 Jahre lang zu halten.

Alle internationalen Ölkonzerne tun sich derzeit schwer, ihre Produktion auszubauen. Die Gründe dafür sind stark steigende Kosten, der Trend zur Nationalisierung von Energiereserven und technisch immer anspruchsvollere Fördergebiete. BP habe sich neue Möglichkeiten erschlossen, so in Libyen, dem Oman, Kanada und Kolumbien, sagte Hayward. Der Konzern verfüge nun über nachgewiesene Reserven von 17,8 Mrd. Barrel und darüber hinausgehende Ressourcen von 42 Mrd. Barrel. 2007 hat BP die Reserven um 112 Prozent der Jahresproduktion gesteigert und damit zum 14. Mal in Folge mehr neues Öl und Gas gefunden als gefördert.

Der Konzern will im laufenden Jahr insgesamt mehr als 21 Mrd. Dollar investieren, vor allem wiederum in die Suche nach Öl und Gas. Vier Mrd. Dollar davon fließen in das Raffinerie- und Vermarktungsgeschäft. Spartenchef Iain Conn hofft, damit bis Ende 2009 den Ertragsrückstand auf die großen Konkurrenten annähernd zu halbieren.

Außerdem stockt BP auch die Investitionen in erneuerbare Energien auf. Mit 1,5 Mrd. Dollar steckt der Konzern so viel in diese Sparte wie in den vergangenen drei Jahren zusammen. Doch er sieht sie nun als finanzielles Investment, wie Hayward betonte. Einschließlich der Gaskraftwerke des Konzerns sei die Sparte fünf bis sieben Mrd. Dollar wert. Man werde sehen, wie dieser Wert in Zukunft am besten für die Aktionäre zu realisieren sei, sagte er. Ein Sprecher sagte, ein Verkauf komplett oder in Teilen sei möglich, aber nicht aktuell.

Dirk Hinrich Heilmann
Dirk Heilmann
Handelsblatt / Chefökonom
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