Ölkonzerne
BP verdient nur noch die Hälfte

Die Börsenweisheit „Big Oil gewinnt immer“ stimmt offenbar nicht. Beim britischen Öl-Riesen BP ist der Gewinn im zweiten Quartal zumindest um mehr als die Hälfte eingebrochen. Das lag vor allem an den sinkenden Rohstoffpreisen.

mm/rp LONDON/DÜSSELDORF. Der Gewinn des britischen Ölgiganten BP ist angesichts sinkender Rohstoffpreise um mehr als die Hälfte eingebrochen. Gemessen an den Herstellungskosten fiel der Überschuss im zweiten Quartal um 53 Prozent auf 3,1 Mrd. Dollar. Bereinigt um Einmaleffekte und Wertänderungen an den Beständen betrug der Gewinn 2,9 Mrd. Dollar und lag damit leicht über den Prognosen der Analysten. Den Aktionären will BP für das Quartal eine zum Vorjahr unveränderte Dividende von 14 US-Cent je Aktie auszahlen.

Vorstandschef Tony Hayward sieht den Konzern trotz turbulenter Zeiten auf einem „beständigen Kurs durch schwere See“. Chancen für einen schnellen Aufschwung sieht der Manager allerdings nicht. Zwar stabilisiere sich die Nachfrage nach Energie nach dem massiven Einbruch in der ersten Hälfte des Jahres allmählich wieder. Die Erholung werde sich jedoch „lange hinziehen“. Der vorsichtige Ausblick sorgte an der Londoner Börse für Kursverluste der BP-Aktie von rund drei Prozent.

BP ist der erste der großen internationalen Ölkonzerne, der seine Zahlen vorlegt. In dieser Woche werden noch die europäischen Konkurrenten Royal Dutch Shell, die französische Total und die spanische Repsol YPF mit ihren Zwischenergebnissen folgen. Analysten gehen davon aus, dass auch die Konkurrenz den Verfall der Rohstoffpreise schmerzhaft zu spüren bekommt.

„BP hat die Messlatte für den Rest der Ölmultis gelegt“, sagte Richard Hunter vom Londoner Broker Hargreaves Lansdown. Für den Konkurrenten Shell sagen die Experten sogar noch einen deutlicheren Gewinneinbruch voraus. Die von der Nachrichtenagentur Bloomberg befragen Analysten prognostizieren einen Rückgang des bereinigten Quartalsergebnisses um knapp 70 Prozent auf 2,4 Mrd. Dollar.

Vor einem Jahr lagen die Ölpreise noch auf einem Rekordstand von fast 150 Dollar pro Barrel. Doch die weltweite Wirtschaftskrise führte zu einem rasanten Verfall auf fast 30 Dollar. Inzwischen hat sich das Niveau wieder in Richtung 70 Dollar bewegt. BP-Chef Hayward erwartet, dass sich die Preise aktuell eher am unteren Ende einer Preisspanne von 60 bis 90 Dollar je Barrel einpendeln werden. Viele Investitionsprojekte der Ölgesellschaften rechnen sich aber erst ab einem Preis von rund 70 Dollar.

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