Ölkonzerne enttäuschen
Chevron macht weniger Gewinn

Die Giganten der Ölindustrie müssen sich bis auf weiteres von neuen Rekordgewinnen verabschieden. Mit Chevron warnt bereits der dritte Ölkonzern innerhalb von zwei Wochen vor steigenden Kosten und sinkenden Gewinnen. Kurz zuvor hatte der US-Konkurrent Conoco-Phillips einen Einbruch bei den Gewinnspannen im Raffineriegeschäft beklagt.

DÜSSELDORF. Chevron, der drittgrößte Ölkonzern der Welt, hat seine Anleger vor einem „signifikanten Ergebnisrückgang“ gewarnt. Man gehe davon aus, dass der Gewinn im zweiten Quartal diesen Jahres erheblich unter dem Rekordwert von 5,4 Mrd. Dollar im Vorquartal liegen werde, teilte das Unternehmen am Mittwoch in Kalifornien mit. Grund hierfür sei ein starker Rückgang der Gewinnspannen im Raffineriegeschäft.

Branchenstatistiken bestätigen Chevrons Aussagen. Weltweit sind die Raffineriemargen nach Angaben der Internationalen Energie Agentur drastisch gesunken, am stärksten in den US-Förderregionen, wo Chevron besonders aktiv ist. „Die Zeit der Rekordgewinne ist vorbei“, sagte Fadel Gheit, Ölanalyst bei der Investmentbank Oppenheimer & Co. Die Konzerne hätten sich im Raffineriegeschäft verrechnet, weil sie das Öl zu sehr hohen Preisen einkauften, diese Kosten aber nicht weitergeben konnten.

Auch der britische Konzern BP weist in seiner jüngsten Statistik dramatische Einbrüche bei den Gewinnspannen im US-Geschäft aus – teilweise liegen die Margen 70 Prozent unter dem zweiten Quartal. Dabei hinkte BP schon zuvor hinter Konkurrenten wie Exxon-Mobil, Shell und Total hinterher, die bis zu dreimal so profitabel sind.

Branchenexperten sehen in den jüngsten Gewinnwarnungen der riesigen Konzerne eine Trendwende. „Die Party ist vorbei“, sagte der Investmentbanker Matthew Simmons in Houston. „Die Konzerne haben den hohen Ölpreis so lange geritten wie es ging. Jetzt werden sie von den steigenden Kosten eingeholt.“

Tatsächlich klagt die Branche immer lauter über die massiven Preiserhöhungen etwa für Stahl und über die immer höheren Forderungen von Zulieferern. Lange Wartezeiten für Bohranlagen und Spezialschiffe haben die Ölkonzerne in einen Preiskampf getrieben. Wegen eines Mangels an Ingenieuren zahlt die Branche Mitarbeitern Kopfprämien, die bei der Konkurrenz mögliche Überläufer identifizieren.

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